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Pressemitteilungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
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Pressemitteilung

Straßburg, den 27. Februar 2006

Suchmaschinen und Recht

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat soeben die jüngste Ausgabe Ihrer Publikationen IRIS plus veröffentlicht. Der Titel der Publikation lautet:

Suchmaschinen: Wer suchet, der findet?
Die rechtliche Stellung der Suchmaschine

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http://merlin.obs.coe.int
 

Die Verwendung von Suchmaschinen für Informationssuche und -zugriff im Internet ist bereits so sehr Teil der täglichen Kommunikation geworden, dass das Wort ,,googeln" schon im Duden verzeichnet ist.  In dieser neuen Veröffentlichung gibt der Autor Nico van Eijk eine sehr anschauliche Einführung in die Funktionsweise von Suchmaschinen. Im Anschluss geht er dann auf das weit komplexere Thema der Regulierung von Suchmaschinen im europäischen und internationalen Recht ein.

Die Manipulation von Suchergebnissen durch Suchmaschinen wird im ersten Teil des Berichts beleuchtet. Van Eijk erklärt, dass die Reihenfolge, in der die Suchergebnisse zur Verfügung gestellt werden, dadurch beeinflusst werden kann, dass die höchsten Positionen zahlenden Kunden angeboten werden. Auch die vorrangige Indizierung von Webseiten wird zahlungswilligen Interessenten angeboten. Der Betreiber einer Website kann sich also buchstäblich ,,einen vorderen Listenplatz kaufen".

Die Suchergebnisse können außerdem durch die Websitebetreiber selbst manipuliert werden. Der Bericht zeigt, dass dies durch den Zusatz attraktiver Suchbegriffe auf der Website möglich ist, die mit dem Inhalt nichts zu tun haben, aber dennoch eine hohe Platzierung in jeder Trefferliste garantieren. Diese Praktik, auch als Spamdexing bezeichnet, wird als so wirksam für die Beeinflussung der Präsenz im Internet eingestuft, dass eine ganze Branche so genannter Suchmaschinenoptimierer (SEO) davon lebt, dass sie die Frequentierung der Internetseiten ihrer Kunden mit solchen Methoden verbessert. Hacker beeinflussen die Suchergebnisse durch ,,Google-Bombing", das bestimmten Suchbegriffen, entweder zum Spaß oder als politische Aussage, vollkommen andere Elemente zuordnet.

Der Bericht beleuchtet dann die Finanzierung der Geschäftsstrukturen der Suchmaschinen und erklärt, wie sie ihre Haupteinnahmen durch Werbung erwirtschaften. Die meisten Suchmaschinen verkaufen Werbeflächen auf ihren eigenen Websites und die Kunden zahlen in Abhängigkeit davon, wie oft ihre Werbung ,,angeklickt" wurde. Die Suchmaschinen können aber auch Werbung für Kunden auf den Websites Dritter platzieren und für diese Dienstleistung Geld erhalten.

Schließlich folgt eine gründliche Analyse der Stellung der Suchmaschinen im geltenden Recht. Im Bericht heißt es, ,,die Suchmaschine ist im Recht nicht verortet", da weder die Fernsehrichtlinie oder die Europäische Rahmenrichtlinie, noch die Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr und noch nicht einmal das EU-Wettbewerbsrecht derzeit einen angemessenen Rechtsrahmen für die Regulierung von Suchmaschinen und ihre Funktionen bieten. Nico van Eijk meint daher, es sei ,,nicht zuletzt angesichts der großen sozialen Dimension der Suchmaschinen [...] zu wünschen, dass im nationalen wie auch im internationalen Maßstab juristische und multidisziplinäre Forschungsprojekte ins Leben gerufen werden" und erste Schritte im Hinblick auf eine Gesetzgebung in diesem Bereich unternommen werden.

Eine anschauliche und detaillierte Analyse von Suchmaschinen: ihre Funktionsweise, ihre Geschäftsmethoden und ihre derzeitige Stellung im Recht.

Diese neue Publikation können Sie kostenlos hier herunterladen.

Für weitere Presseinformationen: Alison.HINDHAUGH@coe.int

Für ein Abonnement der monatlich erscheinenden Rechtlichen Rundschau IRIS inklusive IRIS plus wenden Sie sich bitte an Markus.BOOMS@coe.int

Für weitere Informationen zum Inhalt dieser Veröffentlichung, setzen Sie sich bitte mit unserer juristischen Abteilung in Kontakt:
Susanne.NIKOLTCHEV@coe.int - Francisco.CABRERA@coe.int

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Im Dezember 1992 in Straßburg eingerichtet, hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle zur Aufgabe, Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Als öffentliche europäische Einrichtung umfasst sie derzeit 37 europäische Staaten sowie die Europäische Gemeinschaft, die durch die Europäische Kommission vertreten wird. Die Informationsstelle wurde als Teil des Europarats gegründet und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehört neben Konferenzbeiträgen die Erstellung von Publikationen, Datenbanken (LUMIERE, KORDA und IRIS MERLIN) und eine umfassende Internetseite: www.obs.coe.int