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Pressemitteilungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
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Europäische Kommission

Generaldirektion Kommunikation   

Pressemitteilung

Straßburg, den 13. Januar 2010

Anzahl der Fernsehkanäle und Multikanal-Plattformen in Europa steigt trotz Krise weiter

 
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Film, Fernsehen und
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  • 2009 sind in Europa über 245 neue Fernsehkanäle auf Sendung gegangen; somit gab es Ende 2009 über 7.200 europäische Fernsehsender.
  • In 24 der 29 Länder (EU-27 plus Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei) wurden bislang DVB-T-Dienste gestartet, insgesamt werden derzeit 730 Sender in Europa über DVB-T ausgestrahlt.
  • Der Kabelfernsehmarkt erlebt eine Konsolidierungsphase, während die Zahl der IPTV-, Satelliten-TV- und Handy-TV-Betreiber weiter steigt.

Aus den Informationen in der Datenbank MAVISE, entwickelt von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für GD Kommunikation der Europäischen Kommission, und den von der Informationsstelle im Jahrbuch 2009 veröffentlichten Zahlen geht hervor, dass die Zahl der Sender und Fernsehplattformen in Europa (EU-27 plus Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei) trotz der Krise weiter steigt.

Positive Gesamtbilanz: mehr Sender gestartet als eingestellt

2009 sind in Europa über 245 neue Fernsehkanäle an den Start gegangen. An der Spitze der Beliebtheitsskala standen hierbei Sportkanäle (38 neue Sender 2009), gefolgt von Kinderkanälen (17 neue Sender).Zu diesen neuen Sendern gehören einige neue öffentlich-rechtliche Kanäle im DVB-T-Netz, darunter Ramasjang und DR K aus Dänemark, aber auch über 150 neue Spartenkanäle über Kabel, Satellit und das Internet (wie zum Beispiel Investigation Discovery) sowie viele Lokalsender wie Weo in Frankreich oder Dresden Eins in Deutschland.

Im gleichen Zeitraum haben ca. 220 Sender ihren Betrieb eingestellt. In dieser Zahl berücksichtigt ist der Rückzug von über 100 Lokalsendern in Spanien als Folge der Abschaltung des von der Prisa-Gruppe kontrollierten Fernsehnetzwerks Localia. Somit haben nur ca. 100 überregionale Sender 2009 den Betrieb eingestellt. Dazu zählen auch größere Sender wie die MTV-Kanäle für die baltischen Staaten, die verschiedenen Sprachversionen des Wirtschaftssenders Bloomberg und mehrere Sportkanäle der irischen TV-Gruppe Setanta (die den Betrieb im Vereinigten Königreich eingestellt hat).

In 24 Ländern wurden bereits DVB-T-Systeme aufgebaut und in Betrieb genommen, drei weitere stehen kurz vor dem Startschuss

In sechs Ländern Europas ist die Abschaltung des analogen Antennenfernsehens  und die Umstellung auf DVB-T bereits vollständig abgeschlossen (Deutschland, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Niederlande und Schweden). Hinzu kommen regionale Abschaltungen in Österreich, Belgien (Flämische Gemeinschaft), der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich. Die endgültige Abschaltung des Analogbetriebs ist 2010 in Österreich, Malta, Spanien und Slowenien vorgesehen.

2009 wurde der DVB-T-Betrieb in Lettland, Polen, Portugal und der Slowakei aufgenommen, 2010 sollen Bulgarien, Irland und Rumänien folgen. Pay-TV-Dienste über DVB-T gibt es seit 2009 in Deutschland, Lettland und Spanien.

Zum Jahresende 2009 gab es geschätzt über 730 Sender, deren Programm über europäische DVB-T-Netze ausgestrahlt wird, gegenüber ca. 500 im April 2009.

Weniger Kabelnetzbetreiber, mehr IPTV-, Pay-DVB-T- und Sat-TV-Betreiber

Das digitale Fernsehen hat sich auch auf den anderen Plattformen gut entwickelt, darunter insbesondere Pay-DVB-T, IPTV und Handy-TV. Es gibt zwar in den 29 erfassten Ländern immer noch über 4.000 Kabelnetzbetreiber, aber ihre Zahl ist insgesamt gesehen leicht zurückgegangen, wobei die Branche in manchen Ländern eine Phase der Konsolidierung erlebt (so in Deutschland, Finnland, Ungarn und der Tschechischen Republik).

Parallel zur europaweiten Einführung von DVB-T ist auch die Zahl der Anbieter von Pay-DVB-T-Diensten gestiegen, von 14 Ende 2008 auf 20 Ende 2009.

Hiermit vergleichbar und ebenso bemerkenswert ist die steigende Anzahl IPTV-Betreiber, von 68 Ende 2008 auf 90 Ende 2009. Dies ist Ausdruck des zunehmenden Wettbewerbs in diesem Bereich in verschiedenen Ländern. So gibt es bereits in 13 Ländern vier oder mehr konkurrierende Betreiber (zum Beispiel 6 in Schweden, 5 in Frankreich und Dänemark, 4 in den Niederlanden, Bulgarien und Slowenien). 

Auch die Zahl der Anbieter von Satellitenpaketen in Europa ist gestiegen, von 51 Ende 2008 auf 60 Ende 2009. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist der starke Wettbewerb insbesondere in Ungarn, Polen und Rumänien, wo es jeweils fünf solcher Anbieter gibt.

Im letzten Jahr gestiegen ist des Weiteren auch die Zahl der Anbieter von Diensten für Mobilfunknetze (TV-Dienste für Mobiltelefone über 3G-Netze sowie personalisiertes Handy-TV über DVB-H), und dies trotz des Umstands, dass DVB-H erst in wenigen Ländern Europas verfügbar ist. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass 114 Sender speziell für das Mobilfernsehen gegründet wurden, darunter nicht wenige Ableger bekannter Sender wie beispielsweise Quatro Movil, HBO Mobile, RTL Mobile TV und RTE News.

Abb. 1: Multikanal-Plattformen in Europa (29 Länder) (2008-2009)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE (logarithmische Darstellung)

Über 7.200 europäische Kanäle

Ende 2009 gab es in Europa (EU-27 plus Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei ) über 7.200 Fernsehsender. Berücksichtigt man noch die außereuropäischen Sender, dann haben die Zuschauer in Europa die Wahl zwischen über 8.600 Kanälen.

Von den 7.200 europäischen Sendern sind über die Hälfte regional oder lokal, 43% national und 6% international ausgelegt.

Abb.2: Europäische TV-Sender nach geografischer Ausrichtung (2009)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE

Jeder zehnte europäischer Sender ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Dieser Anteil ist vergleichsweise konstant, unabhängig davon, ob es sich um nationale und internationale Kanäle (9,8 %) oder lokale und regionale Kanäle (11,1 %) handelt. Interessant und durchaus logisch ist die Tatsache, dass der Anteil der öffentlich-rechtlichen Sender in DVB-T-Netzen mit 26,5 % deutlich höher ausfällt.

Über 1.000 Sender im Vereinigten Königreich

Betrachtet man den geografischen Ursprung der europäischen Sender (ohne Lokal- und Regionalsender), dann steht das Vereinigte Königreich mit 1.033 Sendern auf Platz eins. Fast die Hälfte der dort ansässigen Sender strahlt ihr Programm auch in andere Länder Europas aus, darunter die zahlreichen Sprachversionen von Kanälen wie Disney Cinemagic, Viasat Explorer usw. Auf den Plätzen folgen Italien (388), Frankreich (297), Deutschland (227) und Spanien (195). Diese Konzentration der Sender auf bestimmte Länder ist enorm: allein auf diese fünf Länder entfallen fast zwei Drittel aller Sender in Europa, während es in über der Hälfte der Länder Europas weniger als 40 zugelassene Sender gibt.

Allerdings beziehen sich diese Zahlen nur auf den Sitz der Sender und nicht auf ihre Verfügbarkeit. So haben zum Beispiel zehn nationale oder internationale Sender ihren Sitz in Irland, aber es können dort über 500 Kanäle empfangen werden.

Abb. 3: Europäische TV-Sender nach Ursprungsland 2009


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE

Kinofilme und Sport

Kinofilme (und Fiktion) und Sport sind mit 496 bzw. 419 Sendern die zwei vorherrschenden Genres im Programmangebot der europäischen Sender (natürlich ohne Lokal- und Regionalsender). Diese beiden Genres, die meistens exklusive Inhalte anbieten, sind für die Distributionsplattformen von großer Bedeutung. Dahinter folgen die klassischen Unterhaltungssender (318) und Vollprogrammsender (281).

Abb. 4: Europäische TV-Sender nach Genre 2009


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE


MAVISE ist eine einzigartige kostenlose Online-Datenbank (http://mavise.obs.coe.int), die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Sie bietet einen vollständigen Überblick über alle EU-Fernsehmärkte plus Kroatien und die Türkei. Die Datenbank MAVISE enthält detaillierte Angaben zu mehr als 7 000 Fernsehsender, 5 000 Fernsehgesellschaften sowie eine Aufstellung von über 300 DVB-T, Kabel-, Satellit-, IPTV- oder DVB-H-Paketanbieter.

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat des Weiteren die Veröffentlichung ihres Jahrbuchs 2009 angekündigt. Die beiden ersten Bände bieten Beschreibungen der nationalen Fernsehlandschaften in 36 Ländern sowie eine Übersicht der wesentlichen Aspekte des europäischen Fernsehens. Band 1 enthält zum ersten Mal auch detaillierte Zahlen zu allen Multikanalplattformen.

Methodischer Hinweis

In einer sich stetig wandelnden Fernsehlandschaft müssen wir feststellen, dass es keine absoluten Zahlen geben kann. Die Untersuchungen und die daraus resultierenden Daten der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle können jedoch als ein recht verlässlicher Überblick über den europäischen Fernsehmarkt betrachtet werden. MAVISE und die darin enthaltenen Daten werden ständig aktualisiert, um so dicht wie möglich an den Entwicklungen dieses außerordentlich komplexen Marktes zu bleiben. Bitte beachten Sie darüber hinaus, dass unterschiedliche Sprachversionen eines Fernsehkanals als separate Kanäle betrachtet werden.

Die Ermittlung der bestehenden Fernsehkanäle erfolgt durch den Vergleich von Daten aus unterschiedlichen Quellen wie den von den Regulierungsbehörden herausgegebenen Lizenzlisten, den Auflistungen von Satelliten (gemäß der Lyngsat-Website), den Auflistungen von Kabel-, IPTV-, DTT- und DVB-H-Betreibern (wie auf deren Websites veröffentlicht), dem Korrespondentennetz der Informationsstelle und der Fachpresse.

Kontaktpersonen:


Die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission

Die Mission der Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission ist es:
  • den Bürgern der 27 Mitgliedsstaaten der EU Informationen über die EU-Politik und deren direkte Implikationen für die Bürger zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht unter Nutzung aller entsprechenden Kommunikationswege, wie z.B. dem Webportal Europa, EuTube und dem Europe Direct Netzwerk und Kontaktzentrum;
  • die Berichterstattung insbesondere durch audiovisuelle Medien über europäische Fragen – unter der Berücksichtigung der vollen redaktionellen Unabhängigkeit – zu fördern, um zur Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit und demokratischen Debatten beizutragen. Um dies zu erreichen, stellt die Europäische Kommission Rundfunkanbietern Ton- und Bildmaterial, sowohl Live als auch Archivmaterial, als auch technische Mittel mit Hilfe der folgenden Ressourcen zur Verfügung: „Europe by Satellite“, ein AV-Webportal mit thematischen Sammlungen von Bildern zu aktuellen Themen, audiovisuelle Archive zu Europa (www.ec.europa.eu/avservices) und einen Kalender zu EU-Veranstaltungen. Darüber hinaus trägt die Kommission durch finanzielle Unterstützung zur Entwicklung von europäischen Radio– und Fernsehnetzwerken bei, die Programme zu europäischen Themenstellungen produzieren und handeln.

Die Europäische Kommission unterstützt Medienvielfalt und redaktionelle Unabhängigkeit.


Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Im Dezember 1992 in Straßburg eingerichtet, hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle zur Aufgabe, Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Als öffentliche europäische Einrichtung umfasst sie derzeit 37 europäische Staaten sowie die Europäische Union, die durch die Europäische Kommission vertreten wird. Die Informationsstelle ist ein Teil des Europarats und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehört neben Konferenzbeiträgen die Erstellung von Publikationen, Datenbanken und eine umfassende Internetseite: http://www.obs.coe.int