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Aus den Informationen in der Datenbank MAVISE, entwickelt von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für GD Kommunikation der Europäischen Kommission, und den von der Informationsstelle im Jahrbuch 2009 veröffentlichten Zahlen geht hervor, dass die Zahl der Sender und Fernsehplattformen in Europa (EU-27 plus Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei) trotz der Krise weiter steigt. Positive Gesamtbilanz: mehr Sender gestartet als eingestellt2009 sind in Europa über 245 neue Fernsehkanäle an den Start gegangen. An der Spitze der Beliebtheitsskala standen hierbei Sportkanäle (38 neue Sender 2009), gefolgt von Kinderkanälen (17 neue Sender).Zu diesen neuen Sendern gehören einige neue öffentlich-rechtliche Kanäle im DVB-T-Netz, darunter Ramasjang und DR K aus Dänemark, aber auch über 150 neue Spartenkanäle über Kabel, Satellit und das Internet (wie zum Beispiel Investigation Discovery) sowie viele Lokalsender wie Weo in Frankreich oder Dresden Eins in Deutschland. Im gleichen Zeitraum haben ca. 220 Sender ihren Betrieb eingestellt. In dieser Zahl berücksichtigt ist der Rückzug von über 100 Lokalsendern in Spanien als Folge der Abschaltung des von der Prisa-Gruppe kontrollierten Fernsehnetzwerks Localia. Somit haben nur ca. 100 überregionale Sender 2009 den Betrieb eingestellt. Dazu zählen auch größere Sender wie die MTV-Kanäle für die baltischen Staaten, die verschiedenen Sprachversionen des Wirtschaftssenders Bloomberg und mehrere Sportkanäle der irischen TV-Gruppe Setanta (die den Betrieb im Vereinigten Königreich eingestellt hat). In 24 Ländern wurden bereits DVB-T-Systeme aufgebaut und in Betrieb genommen, drei weitere stehen kurz vor dem StartschussIn sechs Ländern Europas ist die Abschaltung des analogen Antennenfernsehens und die Umstellung auf DVB-T bereits vollständig abgeschlossen (Deutschland, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Niederlande und Schweden). Hinzu kommen regionale Abschaltungen in Österreich, Belgien (Flämische Gemeinschaft), der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich. Die endgültige Abschaltung des Analogbetriebs ist 2010 in Österreich, Malta, Spanien und Slowenien vorgesehen. 2009 wurde der DVB-T-Betrieb in Lettland, Polen, Portugal und der Slowakei aufgenommen, 2010 sollen Bulgarien, Irland und Rumänien folgen. Pay-TV-Dienste über DVB-T gibt es seit 2009 in Deutschland, Lettland und Spanien. Zum Jahresende 2009 gab es geschätzt über 730 Sender, deren Programm über europäische DVB-T-Netze ausgestrahlt wird, gegenüber ca. 500 im April 2009. Weniger Kabelnetzbetreiber, mehr IPTV-, Pay-DVB-T- und Sat-TV-BetreiberDas digitale Fernsehen hat sich auch auf den anderen Plattformen gut entwickelt, darunter insbesondere Pay-DVB-T, IPTV und Handy-TV. Es gibt zwar in den 29 erfassten Ländern immer noch über 4.000 Kabelnetzbetreiber, aber ihre Zahl ist insgesamt gesehen leicht zurückgegangen, wobei die Branche in manchen Ländern eine Phase der Konsolidierung erlebt (so in Deutschland, Finnland, Ungarn und der Tschechischen Republik). Parallel zur europaweiten Einführung von DVB-T ist auch die Zahl der Anbieter von Pay-DVB-T-Diensten gestiegen, von 14 Ende 2008 auf 20 Ende 2009. Hiermit vergleichbar und ebenso bemerkenswert ist die steigende Anzahl IPTV-Betreiber, von 68 Ende 2008 auf 90 Ende 2009. Dies ist Ausdruck des zunehmenden Wettbewerbs in diesem Bereich in verschiedenen Ländern. So gibt es bereits in 13 Ländern vier oder mehr konkurrierende Betreiber (zum Beispiel 6 in Schweden, 5 in Frankreich und Dänemark, 4 in den Niederlanden, Bulgarien und Slowenien). Auch die Zahl der Anbieter von Satellitenpaketen in Europa ist gestiegen, von 51 Ende 2008 auf 60 Ende 2009. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist der starke Wettbewerb insbesondere in Ungarn, Polen und Rumänien, wo es jeweils fünf solcher Anbieter gibt. Im letzten Jahr gestiegen ist des Weiteren auch die Zahl der Anbieter von Diensten für Mobilfunknetze (TV-Dienste für Mobiltelefone über 3G-Netze sowie personalisiertes Handy-TV über DVB-H), und dies trotz des Umstands, dass DVB-H erst in wenigen Ländern Europas verfügbar ist. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass 114 Sender speziell für das Mobilfernsehen gegründet wurden, darunter nicht wenige Ableger bekannter Sender wie beispielsweise Quatro Movil, HBO Mobile, RTL Mobile TV und RTE News. Abb. 1: Multikanal-Plattformen in Europa (29 Länder) (2008-2009)
Über 7.200 europäische KanäleEnde 2009 gab es in Europa (EU-27 plus Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei ) über 7.200 Fernsehsender. Berücksichtigt man noch die außereuropäischen Sender, dann haben die Zuschauer in Europa die Wahl zwischen über 8.600 Kanälen. Von den 7.200 europäischen Sendern sind über die Hälfte regional oder lokal, 43% national und 6% international ausgelegt. Abb.2: Europäische TV-Sender nach geografischer Ausrichtung (2009)
Jeder zehnte europäischer Sender ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Dieser Anteil ist vergleichsweise konstant, unabhängig davon, ob es sich um nationale und internationale Kanäle (9,8 %) oder lokale und regionale Kanäle (11,1 %) handelt. Interessant und durchaus logisch ist die Tatsache, dass der Anteil der öffentlich-rechtlichen Sender in DVB-T-Netzen mit 26,5 % deutlich höher ausfällt. Über 1.000 Sender im Vereinigten KönigreichBetrachtet man den geografischen Ursprung der europäischen Sender (ohne Lokal- und Regionalsender), dann steht das Vereinigte Königreich mit 1.033 Sendern auf Platz eins. Fast die Hälfte der dort ansässigen Sender strahlt ihr Programm auch in andere Länder Europas aus, darunter die zahlreichen Sprachversionen von Kanälen wie Disney Cinemagic, Viasat Explorer usw. Auf den Plätzen folgen Italien (388), Frankreich (297), Deutschland (227) und Spanien (195). Diese Konzentration der Sender auf bestimmte Länder ist enorm: allein auf diese fünf Länder entfallen fast zwei Drittel aller Sender in Europa, während es in über der Hälfte der Länder Europas weniger als 40 zugelassene Sender gibt. Allerdings beziehen sich diese Zahlen nur auf den Sitz der Sender und nicht auf ihre Verfügbarkeit. So haben zum Beispiel zehn nationale oder internationale Sender ihren Sitz in Irland, aber es können dort über 500 Kanäle empfangen werden. Abb. 3: Europäische TV-Sender nach Ursprungsland 2009
Kinofilme und SportKinofilme (und Fiktion) und Sport sind mit 496 bzw. 419 Sendern die zwei vorherrschenden Genres im Programmangebot der europäischen Sender (natürlich ohne Lokal- und Regionalsender). Diese beiden Genres, die meistens exklusive Inhalte anbieten, sind für die Distributionsplattformen von großer Bedeutung. Dahinter folgen die klassischen Unterhaltungssender (318) und Vollprogrammsender (281).
MAVISE ist eine einzigartige kostenlose Online-Datenbank (http://mavise.obs.coe.int), die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Sie bietet einen vollständigen Überblick über alle EU-Fernsehmärkte plus Kroatien und die Türkei. Die Datenbank MAVISE enthält detaillierte Angaben zu mehr als 7 000 Fernsehsender, 5 000 Fernsehgesellschaften sowie eine Aufstellung von über 300 DVB-T, Kabel-, Satellit-, IPTV- oder DVB-H-Paketanbieter. Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat des Weiteren die Veröffentlichung ihres Jahrbuchs 2009 angekündigt. Die beiden ersten Bände bieten Beschreibungen der nationalen Fernsehlandschaften in 36 Ländern sowie eine Übersicht der wesentlichen Aspekte des europäischen Fernsehens. Band 1 enthält zum ersten Mal auch detaillierte Zahlen zu allen Multikanalplattformen.
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