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PressemitteilungStraßburg, den 5. Mai 2003
KINOBESUCHE IN EUROPA STAGNIEREN BEI GERINGEM EXPORTERFOLG NATIONALER FILME
Produktionszahlen bleiben 2002 stabil...Auf der Basis der verfügbaren Zahlen schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle die Gesamtzahl der 2002 in der Europäischen Union produzierten Filme auf 625, ein Ergebnis, das nahezu identisch mit dem für 2001 ist (628). Zu den Wachstumsländern gehören Österreich (geschätzte 26 Filme gegenüber 12 im Vorjahr), Spanien (80 rein spanische Filme gegenüber 67 im Vorjahr) und Italien (96 nationale Produktionen gegenüber 68 im Vorjahr). Leicht rückläufig waren die Produktionszahlen in Frankreich (von 172 Filmen unter der Kategorie "Filme französischer Initiative" im Jahr 2001 auf 163 im Jahr 2002) und im Vereinigten Königreich (von 64 nationalen Produktionen oder überwiegend britischen Koproduktionen im Jahr 2001 auf 60 im Jahr 2002). Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Produktion in Portugal (6 Filme 2002 gegenüber 14 im Vorjahr). Bei britischen, französischen und deutschen Produzenten ist ein wiedererstarktes Interesse an Koproduktionen zu verzeichnen, während die Zuwächse in Italien und Spanien in erster Linie auf ausschließlich national finanzierte Filme zurückzuführen sind. Mit durchschnittlich £5,99 Mio. (9,98 Mio. EUR) haben britische Filme 2002 nach wie vor die höchsten Budgets, während die Produktionskosten für französische ebenfalls leicht angestiegen sind (um knapp 1% auf 4,44 Mio. EUR). In Großbritannien war das Jahr 2001 durch einen deutlichen Einbruch amerikanischer Produktionen (3 Filme gegenüber 11 im Jahr 2000) gekennzeichnet gewesen. 2002 ist hier mit sechs Hollywood-Filmen, die unter Verwendung britischer Produktionseinrichtungen gedreht wurden, eine gewisse Erholung zu verzeichnen. ...während sich der Anstieg der Besucherzahlen verlangsamtDie Zahl der Kinobesuche in der Europäischen Union war 2001 um außergewöhnliche 10% angestiegen. 2002 hat sich dieses Wachstum deutlich verlangsamt und erreicht mit geschätzten 933 Mio. Kinobesuchen nur ein Plus von 0,5%. In den meisten Ländern waren die Ergebnisse stabil oder leicht positiv, wobei der stärkste Zuwachs in Finnland zu verzeichnen ist (+18,5%). Grund hierfür dürfte in erster Linie eine Erholung vom starken Einbruch im Vorjahr gewesen sein. Mit 176 Mio. verkauften Kinokarten wird der in absoluten Zahlen höchste Anstieg aus dem Vereinigten Königreich gemeldet (plus 13% gegenüber dem Vorjahr), wodurch das Vereinigte Königreich bzgl. der Besucherzahlen nach Frankreich zum zweitgrößten Markt in der Europäischen Union wird. Die stärksten Verluste werden aus Deutschland (-7.9%) und Spanien (-4%) gemeldet. Schätzungen für Belgien lassen einen Rückgang um 3% erwarten. Tabelle 1: Kinobesuche in der Europäischen Union (1997-2002)In Millionen. Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen
Quelle: Europäische Audiovisuelle InformationsstelleBei den Nicht-EU-Ländern sind positive Ergebnisse in Estland, der Russischen Föderation, Slowenien und in der Schweiz zu verzeichnen, wobei der stärkste Anstieg aus Estland (+19,5%) und Slowenien (+12,9%) gemeldet wird. Leicht rückläufig waren die Besucherzahlen in Norwegen (-3,5%), in Polen (-1,1%) und, etwas stärker, in Rumänien (-7,2%), in Lettland (-7,0%) und in Litauen (-19%). In der Türkei ist der Rückgang auch bedeutend, wo Schätzungen für 2002 einen Rückgang der Besucherzahlen um 16% erwarten lassen. Grund hierfür scheint vor allem das Fehlen erfolgreicher nationaler Produktionen gewesen zu sein. Tabelle 2: Kinobesuche in europäischen Ländern außerhalb der EU (1997-2002)In Millionen. Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen (kA = keine Angabe)
Quelle: Europäische Audiovisuelle InformationsstelleEuropäische Filme sind auf ihren Heimatmärkten weiterhin erfolgreich, tun sich aber im Ausland schwerNach vorläufigen Schätzungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle lag der Marktanteil europäischer Filme in der Europäischen Union 2002 bei rund 27%. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2001 (31%), aber immer noch ein deutliches Plus gegenüber dem Jahr 2000 (23%). Der Marktanteil nationaler Filme auf ihren Heimatmärkten ist mit 19,5% vergleichsweise stabil geblieben (-3% gegenüber 2001), wohingegen der Marktanteil europäischer Filme außerhalb ihrer nationalen Märkte weniger erfreulich war und gegenüber dem hervorragenden Vorjahresergebnis um geschätzte 27% zurückgegangen ist. Parallel hierzu haben amerikanische Filme den 2001 in der EU verlorenen Boden teilweise wieder gut gemacht und einen Marktanteil von 71% erreicht (gegenüber 65% im Vorjahr). Tabelle 3: Marktanteile von Kinofilmen, die in der EU im Filmverleih waren (1996-2002)
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE (http://lumiere.obs.coe.int)Abb. 1: Kinobesuche in der Europäischen Union pro Film-Ursprungsland (2002)In % Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE (http://lumiere.obs.coe.int)Tabelle 4: Besucherzahlen für in der Europäischen Union gezeigte Filme (2002)Vorläufige Rangliste auf der Grundlage der Zahlen aus 12-EU-Ländern
(ca. 79% der Besucherzahlen ausgewertet)
(1) 21 609 078 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001 Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE (http://lumiere.obs.coe.int)Die französisch-deutsche Koproduktion Astérix & Obélix: Mission Cléopâtre war der 2002 am meisten besuchte europäische Film und in den Top-20 des Jahres 2002 tauchen nur zwei weitere europäische Filme auf (beide sind britisch-amerikanische Koproduktionen). Der Film Astérix & Obélix war zwar europaweit recht erfolgreich, aber lediglich knapp 26% der insgesamt 19,7 Mio. Besucher haben den Film außerhalb seines Heimatmarktes gesehen. Obgleich die Gesamtbesucherzahl für diesen Film noch etwas ansteigen dürfte, ist ein Vergleich mit dem Ergebnis seines Vorläufers (Astérix & Obélix contre César) nicht uninteressant: Dieser 1999 erschienene Film konnte 55% seiner insgesamt 19,1 Mio. Besucher außerhalb von Frankreich anziehen. Für Bridget Jones' Diary, den erfolgreichsten europäischen Film 2001, wurden sogar 63% der insgesamt 26,5 Mio. Kinokarten außerhalb von Großbritannien verkauft. Tabelle 5: Besucherzahlen für in der EU gezeigte europäische Filme (2002)Vorläufige Rangliste auf der Grundlage der Zahlen aus 12-EU-Ländern (ca. 79% der Besucherzahlen ausgewertet)
(1) 14 094 971 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001 (2) 11 121 175 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001 (3) 1 512 175 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001 Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE (http://lumiere.obs.coe.int)Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle ist
auf dem Cannes Market 2003 vertreten: EUROPÄISCHE AUDIOVISUELLE INFORMATIONSSTELLE, Straßburg, Frankreich Ansprechpartner:
Kontakperson für die Presse: Markus Booms - Tel.: +33 (0)3 90 21 60 06
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat ebenfalls die sechste Ausgabe des "FOCUS 2003. World Film Market Trends" zusammengestellt, der vom Cannes Market herausgegeben wird. Der FOCUS 2003 wird an alle Teilnehmer des Cannes Market verteilt. Pressekontakt für den FOCUS 2003: Denmead, +1 323 462 8444, E-Mail: pr@denmead.com Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, die im Dezember 1992 in Straßburg gegründet wurde, widmet sich der Erhebung, Auswertung und Veröffentlichung von Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor. Sie umfasst als europäische öffentlich-rechtliche Organisation derzeit 35 Mitgliedsstaaten und die Europäische Gemeinschaft, vertreten von der Europäischen Kommission. Sie agiert innerhalb des Rechtsrahmens des Europarats und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden der Industrie und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Ihre Hauptaktivitäten bestehen in der Erarbeitung von Publikationen, Datenbanken und einer umfassenden Internet-Seite sowie in Beiträgen zu Konferenzen. |