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Pressemitteilungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
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Europäische Kommission

Generaldirektion Kommunikation   

Pressemitteilung

Straßburg, den 1. April 2009

DVB-T stabilisiert sich auf dem europäischen TV-Markt

 
  • Mehr als 500 Kanäle über DVB-T-Plattformen
  • Öffentlich-rechtliche Sender, Vollprogrammanbieter sowie Nachrichten- und Kulturkanäle in DVB-T stark vertreten
  • DVB-T bis Ende 2009 in 23 Ländern der EU verfügbar

Die aktuellen Zahlen aus der TV-Datenbank MAVISE, die für die DG Kommunikation der Europäischen Kommission von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle entwickelt wurde, weisen eine kontinuierliche Zunahme von Sendern auf dem Fernsehmarkt der Europäischen Union (EU 27 + Kroatien und Türkei) aus. Allein 2008 haben über 200 neue TV-Sender den Betrieb aufgenommen. Die Gesamtzahl der Sender in den 29 Ländern liegt inzwischen bei 5.430 (plus 412 nichteuropäische Sender).

Das terrestrische Digitalfernsehen (Digital Video Broadcasting Terrestrial – DVB-T) hat im vergangenen Jahr einen großen Schub erfahren. In sechs der 29 in der MAVISE-Datenbank erfassten Länder ist der Analogbetrieb bereits eingestellt worden (siehe nachstehend Abb. 1, Gruppe 1). In Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich (vier Märkte, in denen der Fernsehempfang über Antenne stark vertreten ist) ist die Haushaltsdurchdringung mit DVB-T weit fortgeschritten: in zwei von diesen Ländern hat die regionale Umstellung von Analog- auf Digitalbetrieb bereits begonnen (Gruppe 2). Zur dritten Gruppe gehören kleinere Länder mit bereits länger eingeführten DVB-T-Diensten. Mit der erwarteten Inbetriebnahme neuer Dienste in Slowenien, Dänemark, Portugal, Irland, Polen, Griechenland und der Slowakei wird der Markt im laufenden Jahr weiter deutlich zulegen. Die Anzahl der über DVB-T empfangbaren Sender in 16 Ländern sowie evtl. existierender Pay-TV-Dienste ist in nachfolgender Tabelle angegeben. Derzeit werden in Malta ausschließlich zahlbare Dienste angeboten, frei empfangbare Dienste sind für 2009 vorgesehen.

DVB-T als Plattform für frei empfangbares Fernsehen spielt eine wichtige Rolle in der Bereitstellung von universellen gebührenfreien Fernsehdiensten. Die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender (und ihre zentrale Bedeutung für die Entwicklung von DVB-T) ist nachfolgend der Aufschlüsselung nach öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in DVB-T-Paketen zu entnehmen. Im Schnitt liegt die von öffentlich-rechtlichen genutzte Kapazität auf DVB-T-Plattformen bei rund 25 %, gegenüber 75 % bei den Privaten. Dagegen machen die öffentlich-rechtlichen nur 7 % und die privaten 93 % aller in den 29 Ländern über alle Plattformen empfangbaren Sender aus.

Betrachtet man den Typ der über DVB-T-Plattformen angebotenen Sender (nach Genre), gibt es ebenfalls einige deutliche Unterschiede zum gesamten Fernsehmarkt über alle Plattformen (siehe Abb.1 und 2). Die DVB-T-Plattformen haben eine deutlich höheren Anteil an Vollprogrammanbietern, Nachrichtensendern und Wirtschafts- und Kulturkanälen. Die Senderkapazität von DVB-T-Plattformen ist niedriger als bei Satelliten- oder Kabelplattformen und dies hat vermutlich zu einer stärkeren Ausrichtung auf öffentlich-rechtliche und nichtspezialisierte Programme sowie Nachrichten und kulturelle Inhalte geführt. Spartenkanäle wie Sport-, Kino- und Kinderkanäle spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, aber andere Nischen – Home-Shopping, Erotik, Wetter, Religion, Minderheiten usw. – sind auf DVB-T-Plattformen nur schwach vertreten. Erotikkanäle über DVB-T gibt es in Finnland, den Niederlanden, Estland, Italien und Litauen (dort als zahlbare DVB-T-Dienste). Home-Shopping-Kanäle sind Teil des DVB-T-Angebots in Deutschland, Luxemburg, Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich.

Was die Anzahl der verfügbaren nationalen und internationalen Sender betrifft, so gibt es einen Unterschied zwischen kleineren und größeren Märkten. In den großen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigte Königreich gibt es wesentlich mehr nationale und regionale Sender. Dagegen machen internationale Sender in kleineren Ländern wie Estland, Litauern und Malta knapp 50 % des DVB-T-Angebots aus.

Abb. 1: 16 nationale DVB-T-Pakete, Pay-TV-Modelle, Analogabschaltung, Anteile von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.

Alle Angaben zu DVB-T-Sendern stammen aus der Datenbank MAVISE.
*Angaben zur Haushaltsdurchdringung von DVB-T (Stand Ende 2008) stammen aus Band 2 des Jahrbuchs 2008 der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle „Trends im europäischen Fernsehen“

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE
Abb.2 Landesweite DVB-T-Kanäle nach Genre

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE

Abb. 3 Alle landesweiten Kanäle auf allen Plattformen nach Genre


Hinweis: Sonstige = Wetter, Fenster, zweitversetzte Versionen, Religion, Minderheitensender, nutzergenerierte Inhalte
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / MAVISE

MAVISE ist eine kostenlose Online-Datenbank, die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Sie bietet einen vollständigen Überblick über alle EU-Fernsehmärkte plus Kroatien und die Türkei. Die MAVISE-Datenbank enthält detaillierte Angaben zu mehr als 4.000 Fernsehgesellschaften sowie eine Aufstellung von über 150 DTT-, Kabel-, Satellit-, IPTV- oder DVB-H-Paketanbieter.

MAVISE bietet ein breites Spektrum an differenzierten Suchmöglichkeiten für Fernsehkanäle nach Kriterien wie Genre, geographische Reichweite, Sprache oder Zielpublikum.

Die MAVISE-Datenbank unterfinden Sie unter http://mavise.obs.coe.int.

Methodischer Hinweis

In einer sich stetig wandelnden Fernsehlandschaft müssen wir feststellen, dass es keine absoluten Zahlen geben kann. Die Untersuchungen und die daraus resultierenden Daten der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle können jedoch als ein recht verlässlicher Überblick über den europäischen Fernsehmarkt betrachtet werden. MAVISE und die darin enthaltenen Daten werden ständig aktualisiert, um so dicht wie möglich an den Entwicklungen dieses außerordentlich komplexen Marktes zu bleiben. Bitte beachten Sie darüber hinaus, dass unterschiedliche Sprachversionen eines Fernsehkanals als separate Kanäle betrachtet werden.

Die Ermittlung der bestehenden Fernsehkanäle erfolgt durch den Vergleich von Daten aus unterschiedlichen Quellen wie den von den Regulierungsbehörden herausgegebenen Lizenzlisten, den Auflistungen von Satelliten (gemäß der Lyngsat-Website), den Auflistungen von Kabel-, IPTV-, DTT- und DVB-H-Betreibern (wie auf deren Websites veröffentlicht), dem Korrespondentennetz der Informationsstelle und der Fachpresse.

Kontaktpersonen:

  • für die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission: Dr Thierry Vissol, Berater - thierry.vissol@ec.europa.eu
  • für weitere Presseinformationen, bitte wenden Sie sich an:
    Alison Hindhaugh, Information & Press Officer, Tel.: (+ 33) (0) 3 88 14 44 10 -- E-mail: alison.hindhaugh@coe.int

Die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission

Die Mission der Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission ist es:
  • den Bürgern der 27 Mitgliedsstaaten der EU Informationen über die EU-Politik und deren direkte Implikationen für die Bürger zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht unter Benutzung aller entsprechenden Kommunikationswege, wie, z.B. dem Webportal Europa, EuTube und dem Europe Direct Netzwerk;
  • die Berichterstattung insbesondere durch audiovisuelle Medien über europäische Fragen – unter der Berücksichtigung der redaktionellen Unabhängigkeit – zu fördern, um zur Entwicklung einer europäischen öffentlichen Sphäre für demokratische Debatten beizutragen. Um dies zu erreichen, stellt die Kommission Rundfunkanbietern Ton und Bildmaterial, sowohl Live als auch Archivmaterial, als auch technische Mittel mit Hilfe der folgenden Ressourcen zur Verfügung: „Europe by Satellite“, ein Webportal, thematische Sammlungen von Bildern zu aktuellen Themen, audiovisuelle Archive zu Europa (www.ec.europa.eu/avservices) und einen Kalender zu EU-Veranstaltungen. Darüber hinaus initiiert die Kommission Programme, die europäische Themen behandeln, und trägt durch finanzielle Unterstützung zur Entwicklung von europäischen Radio –und Fernsehnetzwerken bei.

Die Europäische Kommission unterstützt Medienvielfalt und redaktionelle Unabhängigkeit.


Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Im Dezember 1992 in Straßburg eingerichtet, hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle zur Aufgabe, Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Als öffentliche europäische Einrichtung umfasst sie derzeit 37 europäische Staaten sowie die Europäische Union, die durch die Europäische Kommission vertreten wird. Die Informationsstelle ist ein Teil des Europarats und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehört neben Konferenzbeiträgen die Erstellung von Publikationen, Datenbanken und eine umfassende Internetseite: http://www.obs.coe.int