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Pressemitteilungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
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Pressemitteilung

Straßburg, den 16. Oktober 2009

Mehr als 700 VOD-Dienste in Europa

 

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle und die Direction du développement des médias (Frankreich) veröffentlichen eine neue Studie über Video-on-Demand und Catch-up-TV in Europa. Die Studie bietet Fachkreisen eine aktuelle Zusammenfassung der neuesten Entwicklungen, untersucht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und die Strategien der verschiedenen Akteure in Europa und den Vereinigten Staaten.

Erste Erfassung audiovisueller Abrufdienste in Europa

Die Studie erfasst die in Europa verfügbaren VoD-Dienste und stützt sich hierbei auf die Kriterien der neuen europäischen Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, die im November 2007 verabschiedet wurde, und von den Mitgliedstaaten zurzeit in nationales Recht umgesetzt wird. Gemäß dieser Richtlinie ist die redaktionelle Kontrolle das Hauptkriterium für die Definition eines Dienstes und nicht das Betreiben einer Plattform, die dem Nutzer verschiedene Dienste anbieten kann.

Auf der Grundlage dieser Definition hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle Ende Dezember 2008 696 Dienste von 366 verschiedenen Herausgebern gezählt. Die meisten Dienste werden im Vereinigten Königreich (145) angeboten, gefolgt von Frankreich (106) und Italien (93). Mehr als die Hälfte dieser Dienste wird über das Internet verbreitet. 30 % werden über DSL-Netze als IPTV übertragen, 7 % über das Kabelnetz und weniger als 3 % über Satellit. Abrufdienste über digitales terrestrisches Fernsehen gibt es derzeit nur in Großbritannien auf der Top-Up-TV-Plattform.

Die von der Informationsstelle durchgeführte Zählung berücksichtigt weder die auf Mobiltelefone übertragenen Dienste - deren Zahl durch den Erfolg des iPhone von Apple zugenommen hat, noch Webseiten, die ausschließlich Nachrichten, Trailer oder Erwachseneninhalte bereitstellen. Ebenso wenig werden Sender berücksichtigt, die Wirtschaftsunternehmen eingerichtet haben und in Videoportalen wie YouTube oder Dailymotion bereitstellen. Obwohl einige Dienste bezeichnenderweise eingestellt wurden (insbesondere im Zusammenhang mit der Schließung der Plattform Tiscali Italia zum 31. Dezember 2008) hat die Zahl neuer Dienste 2009 weiter zugenommen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es derzeit mehr als 700 Dienste in Europa gibt.

Anzahl der abrufbaren audiovisuellen Mediendienste in Europa nach Empfangsland und nach Art des Netzes (Dezember 2008)


Nicht enthalten: Dienste auf Mobiltelefone, Dienste, die ausschließlich Erwachseneninhalte anbieten, Videoportale, unternehmenseigene TV-Sender auf Videoportalen, Dienste, die ausschließlich Nachrichten, Trailer und Highlights anbieten.
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Anzahl der abrufbaren audiovisuellen Mediendienste in Europa nach Netzen (Dezember 2008)

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle


Große Vielfalt an Diensteanbietern

Verschiedene Kategorien von Akteuren befassen sich mit der Bereitstellung audiovisueller Abrufdienste. Zu den klassische Akteuren aus dem audiovisuellen Bereich (Fernsehveranstalter, Unternehmen der Filmbranche, Satellitenplattformbetreiber, Kabelnetzbetreiber) sind zwei starke Kategorien hinzugekommen: Betreiber von Telekommunikationsnetzen und Gerätehersteller (von Videospielkonsolen, Mobiltelefonen und anderen Multimediageräten).

Einordnung der Unternehmen, die in Europa audiovisuelle Mediendienste auf Abruf herausgeben, nach ihrem Hauptgeschäftsfeld (Dezember 2008)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

 

Video-on-Demand und Catch-Up-TV in Europa. Eine Studie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle und der Direction du développement des médias (Frankreich), ca. 406 Seiten, 68 Tabellen, 88 Abbildungen.

Pressekontakte:

Bei der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle:

      Alison Hindhaugh
, Information & Press Officer, Tel.: + 33 (0)3 90 21 60 10, alison.hindhaugh@coe.int

Bei der Direction du développement des médias:
     
Cloé Korman, Chargée d’études, Sous-direction du développement de la société de l’information,
      Tel.: +33 (0)1 42 75 56 76, cloe.korman@pm.gouv.fr

Die Direction du développement des médias (Frankreich)

Die Direction du développement des médias (DDM) ist ein dem Minister für Kultur und für Kommunikation zur Verfügung stehender Dienst des französischen Premierministers, der für die Entwicklung der Medien zuständig ist. Hierzu zählen neben den Printmedien und dem klassischen audiovisuellen Bereich auch die neuen Formen der Online-Kommunikation. Sie gilt innerhalb der Branche als bevorzugter Ansprechpartner und ihre Aufgaben konzentrieren sich im Wesentlichen auf drei Bereiche:
  • Modernisierung im Rahmen der Aufsicht über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk; ;
  • Anpassung des Systems staatlicher Beihilfen für Printmedien und deren Entwicklung im Multimedia-Bereich ;
  • Vorbereitung notwendiger rechtlicher Entwicklungen in Bezug auf Pressefreiheit, Kommunikationsfreiheit und Online-Dienste. Dieser Bereich bezieht sich in zunehmendem Maße auf ein europäisch und international geprägtes Umfeld.


Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Im Dezember 1992 in Straßburg eingerichtet, hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle zur Aufgabe, Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Als öffentliche europäische Einrichtung umfasst sie derzeit 37 europäische Staaten sowie die Europäische Union, die durch die Europäische Kommission vertreten wird. Die Informationsstelle ist ein Teil des Europarats und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehört neben Konferenzbeiträgen die Erstellung von Publikationen, Datenbanken und eine umfassende Internetseite: http://www.obs.coe.int