02/08/2016 : Pressemitteilung - Förderung von Filmen und Fernsehinhalten in Europa von 2010 bis 2014 um 13,4% in die Höhe geschnellt

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht aktualisierte Ausgabe ihres richtungsweisenden Berichts zur Filmförderung 

  1. Steuerliche Anreizmodelle (Gutschriften, Nachlässe und Vergünstigungen) von 2008 bis 2014 mehr als verdoppelt (von 12 auf 26).
  2. 74,9% der Filmförderung in Europa aus nationalen/Bundesförderfonds (im Jahresdurchschnitt EUR 1,895 Milliarden)
  3. Gesamtausgaben der Film- und AV-Förderfonds in Europa im Durchschnitt EUR 2,29 Milliarden pro Jahr.

Dies sind die Erkenntnisse des Berichts Öffentliche Finanzierung von Filmen und Fernsehinhalten - Soft Money in Europa heute, der gerade von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle als Teil des Europarats in Straßburg veröffentlicht wurde. Dieser neue Bericht von Julio Talavera Milla, Analyst der Informationsstelle, wird am Samstag, den 6. August auf dem Festival del film Locarno während der Branchentage des Festivals vorgestellt. Der Bericht bietet eine ausführliche Analyse der wirtschaftlichen Daten zur europäischen Film- und Fernsehfinanzierung im Zeitraum 2010 - 2014. Diese Publikation können Sie in unserem On-Line Shop erwerben. Medienjournalisten können ein Presseexemplar von nathalie.fundone@coe.int beantragen.

1. Anzahl der aktiven Förderfonds in Europa 2010 - 2014

Im Untersuchungszeitraum waren 250 Filmförderfonds aktiv. Mit 20 neuen und 21 geschlossenen Fonds im Berichtszeitraum ist dies ein sehr stabiler Stand.

2. Einnahmen von Film- und AV-Förderfonds in Europa 2010 - 2014

Die durchschnittlichen Jahreseinnahmen von Film- und AV-Förderfonds in Europa beliefen sich auf EUR 2,53 Mrd. (Gesamtsumme aller Arten von Filmförderfonds: auf nationaler Ebene/Bundesebene, subnationaler, d. h. regionale und lokale Förderfonds, sowie supranationaler Ebene).

Abbildung 1 Gesamteinnahmenentwicklung bei Film- und AV-Förderfonds in Europa

In Mio. EUR, Basisjahr = 2010

29,7% der Förderfonds in Europa waren nationale/Bundesfonds (58,2), auf sie entfielen 74,9% der gesamten eingehenden Mittel (im Jahresdurchschnitt EUR 1,895 Mrd. für rein nationale Förderfonds).

Frankreich stand allein für gewaltige 42% der eingehenden Mittel für Film- und AV-Förderfonds in Europa (mit deutlichem Abstand gefolgt von den vier anderen großen Märkten in der EU). Dies ist in erster Linie auf beträchtliche Pflichtbeiträge der Rundfunkveranstalter zum CNC zurückzuführen.

Staatliche Zuwendungen der nationalen/Bundesebene und Rundfunkabgaben waren die beiden Hauptfinanzierungsquellen für Film- und AV-Förderfonds in Europa.

Öffentliche Zuwendungen auf allen territorialen Ebenen konnten den stetigen Einnahmenrückgang aus Abgaben der Rundfunkveranstalter kaum ausgleichen.

3. Ausgaben von Film- und AV-Förderfonds in Europa 2010 - 2014

Die Ausgaben der Film- und AV-Förderfonds in Europa betrugen im Durchschnitt EUR 2,29 Milliarden pro Jahr. Der neue Bericht verzeichnet einen Anstieg um 13,4% über den untersuchten Zeitraum.

Abbildung 2 Gesamtausgabenentwicklung bei Film- und AV-Förderfonds in Europa

In Mio. EUR, Basisjahr = 2010

Auf Kinoproduktionen entfielen 41% aller Ausgaben in Europa zwischen 2010 und 2014, 54%, wenn man Frankreich ausnimmt, und sie nahmen über den gesamten Analysezeitraum stetig zu; mit Abstand folgten Ausgaben für Fernsehproduktionen.

Wenngleich in absoluten Zahlen relativ gering, ist die Unterstützung für Videospiele der Bereich mit dem bemerkenswertesten Anstieg. Die Unterstützung für die Digitalisierung von Kinos nahm andererseits dramatisch ab, da die Einführung von Digitaltechnik in Europa nahezu abgeschlossen ist.

4. Steuerliche Anreizmodelle für Film- und AV-Produktion in Europa 2010 - 2014

Das zweite Kapitel dieses Berichts aktualisiert die Erkenntnisse des von der Informationsstelle 2014 bei Olsberg SPI in Auftrag gegebenen Berichts zu steuerlichen Anreizen. Die aktualisierten Ergebnisse zeigen, dass sich die Zahl der steuerlichen Anreizmodelle zwischen 2008 und 2014 von 12 auf 26 mehr als verdoppelt hat.

Abbildung 3:    Zeitachse der Einführung steuerlicher Anreizmodelle in Europa 2005 - 2014

Methodische Anmerkungen:

Analyse der 4 Hauptquellen öffentlicher Finanzierung für den Film- und AV-Sektor in Europa (mit Schwerpunkt auf den beiden ersten)

  • öffentliche Förderung
  • steuerliche Anreize
  • Verpflichtungen der Rundfunkveranstalter, in Filme und audiovisuelle Produktion zu investieren
  • Garantiefazilitäten (Erleichterung des Zugangs zu Finanzierung)

 

Das erste und wichtigste Kapitel (öffentliche Förderung) ist ein Update des früheren EAI-Berichts Öffentliche Förderung von Film- und Fernsehwerken in Europa (2011) und stützt sich auf die Analyse von 270 Förderfonds in 35 Ländern im Zeitraum 2010-2014.

Erfasste Indikatoren (im Durchschnitt über den Zeitraum 2010-2014 sowie ihre Entwicklung im Zeitverlauf)

  • Anzahl der Förderfonds
  • Einnahmen nach Art der Quelle (nationaler/Bundeshaushalt, Abgaben, Steuern, Lotterieeinnahmen usw.)
  • Ausgaben nach Art der Aktivität (Entwicklung, Filmproduktion, Fernsehproduktion, Verbreitung, Werbung usw.)

Indikatoren heruntergebrochen nach:

  1. territorialer Ebene - nationale/Bundesförderfonds, subnationale (regionale und lokale Förderfonds) und supranationale (gesamteuropäische und Unterstützungsförderfonds)
  2. Ländern