IRIS Plus

Diese neue Publikationsreihe (ab 2015) umfasst eine Auswahl an Themen, die ganz oben auf der europäischen Regulierungsagenda stehen. Sie bietet vergleichende und zuverlässige Informationen über ein aktuelles Thema in der Perspektive der laufenden Reformen des Rechtsrahmens auf europäischer und nationaler Ebene.

 

Für jedes Thema untersucht die neue Veröffentlichung:

  1.      den wirtschaftlichen und technologischen Hintergrund
  2.      den internationalen und europäischen Rechtsrahmen
  3.      die nationale Umsetzung dieser Bestimmungen
  4.      Selbst- und Co-Regulierung
  5.      Rechtsprechung
  6.      die jüngsten Trends.

 

Die frühere Version der IRIS Plus-Reihe (bis 2014) war eine bezahlte Publikation, die eine Kombination aus einem Leitbeitrag, einer Zusammenstellung von Einzelberichterstattungen sowie ein Zoom-Kapitel mit Übersichtstabellen, aktuellen Marktdaten oder anderen praktischen Informationen war.

 

Alle veröffentlichten Ausgaben sind jetzt kostenlos online verfügbar (siehe unten):

« Zurück

DLI IRIS Plus 2013-4

IRIS Plus 2013-4: Was ist ein Abrufdienst?

Autoren: Francisco Javier Cabrera Blázquez, Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Veröffentlicht: 01/09/2013

The slow one now
Will later be fast
As the present now
Will later be past
The order is rapidly fadin'
And the fi rst one now will later be last
For the times they are a-changin'

Wenige Liedermacher haben die Vorahnung eines Wandels so genau erfasst wie Bob Dylan in „The Times They Are A-Changin‘". Und auch wenn dieser Song in einer ganz speziellen Phase des 20. Jahrhunderts entstand, so ist seine Botschaft universal und kann folglich für praktisch jeden beliebigen Zeitpunkt gelten. Tatsächlich ist der Kampf zwischen Alt und Neu eine Konstante der Menschheitsgeschichte. In diesem Sinne passt Dylans Song perfekt ins Internetzeitalter: Während alte Mediengiganten mit rasanten technologischen Entwicklungen zu kämpfen haben, erobern neue Onlinefi rmen, von Teenagern in Garagen oder an Universitäten gegründet, die Welt im Sturm. Auch der von Dylan beschriebene Graben zwischen den Generationen liegt hier auf der Hand, denn viele Eltern haben – wollte man den Songtext paraphrasieren – das Gefühl, die Onlineaktivitäten ihrer Kinder lägen „beyond their command".

Abrufdienste haben die Art, wie Menschen kommunizieren, sich informieren oder sich amüsieren, radikal verändert. Wie bei allen wichtigen Veränderungen möchte manch einer den Status quo bewahren, während andere an die absolute Freiheit glauben und Dritte mehr Regulierung zum Schutz verschiedener Interessen fordern. In Europa fanden die ersten Diskussionen über den richtigen Umgang mit neuen audiovisuellen Abrufdiensten zu Beginn des letzten Jahrzehnts statt. Damals behandelte die EU-Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen" nur das traditionelle Fernsehen, doch mit der Entstehung neuer Dienste, die ähnliche Inhalte wie das Fernsehen boten, wurde die Notwendigkeit einer Überarbeitung des Rechtsrahmens greifbar. Sie führte 2007 zur Verabschiedung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie), die eine Reihe spezifi scher Regeln sowohl für den traditionellen Rundfunk als auch für Abrufdienste enthält, die als Konkurrenz zum traditionellen Fernsehen gelten.

Der fernsehzentrierte Ansatz der AVMD-Richtlinie zielt nicht darauf ab, sämtliche online verfügbaren audiovisuellen Inhalte zu regulieren. Mit der rasanten Entwicklung von Videoangeboten im Internet und deren wachsendem Einfl uss auf Minderjährige und die gesamte Öffentlichkeit (YouTube ist hier das deutlichste Beispiel) ist es nun en vogue, den Sinn einer derart eng gefassten Regulierung von Abrufdiensten in Frage zu stellen.

Dieser Artikel analysiert, ob ein AVMD auf Abruf tatsächlich dem traditionellen Fernsehen ähnlich ist und inwieweit diese beiden Angebotsformen in Konkurrenz zueinander stehen. Er erläutert den Geltungsbereich der AVMD-Richtlinie und zeigt Beispiele für ihre Umsetzung in die nationale Gesetzgebung einiger EU-Mitgliedstaaten auf. Ferner erörtert er Fälle, in denen der Geltungsbereich der AVMD-Richtlinie unklar erscheint, und beschreibt einschlägige Entscheidungen nationaler Regulierungsbehörden.

pdf