|
Der Workshop
Diese IRIS Spezial ist nach dem bewährten Prinzip entstanden,
sachkompetente Persönlichkeiten mit unterschiedlichen
beruflichen Hintergründen und aus verschiedenen Ländern
im Rahmen eines Workshops zusammenzubringen. Vorbereitet wurde
der Workshop mit Hilfe einer Reihe von themenspezifischen
Beiträgen, die den Hauptteil dieser IRIS Spezial ausmachen.
Zusätzlich berichtet der erste Beitrag über den
offenen Gedanken- und Erfahrungsaustausch während des
Workshops und die durchaus kontroverse Diskussion der durch
die themenspezifischen Beiträge aufgeworfenen Fragen.
Dabei stand die Regulierbarkeit und die Notwendigkeit der
Regulierung häufig im Mittelpunkt.
Technologische Dimension der Suchmaschinen
Dieser Beitrag führt in die grundsätzlichen Funktionsweisen
von Suchmaschinen ein. Dabei wird die große Schwäche
deutlich, die sich aus dem textgestützten Arbeitsansatz
praktisch aller heutigen Suchmaschinen bei der Suche nach
nicht-textlichen, audiovisuellen Inhalten ergibt. Andererseits
werden die Perspektiven für die Überwindungen dieser
Schwäche für Suchen anhand von Bild, Audio- und
Videomaterial aufgezeigt und hinsichtlich ihrer konzeptionellen,
technischen und wirtschaftlichen Aspekte kommentiert.
Elektronische Programmführer
Mit der starken Zunahme von Fernsehprogrammen haben sich
elektronische Programmführer etabliert, deren Funktion
für den Fernsehzuschauer derjenigen der Suchmaschinen
für den Internetnutzer durchaus ähnelt. Der Beitrag
untersucht die Herausforderungen, die sich aus den Exklusivurheberrechten
der Fernsehveranstalter bezüglich der Information über
ihre Programminhalte ergeben. Er befasst sich weiterhin mit
bestehenden internationalen Standards zur Generierung von
Metadaten sowie den mit diesen verbundenen Umsetzungsproblemen.
Schließlich wirft der Artikel einen Blick auf mögliche
Zukunftsperspektiven.
Datenschutz
Von allen durch immer leistungsfähigere Suchmaschinen
und immer umfangreichere Informationsangebote über das
Internet ausgelösten rechtlichen Bedenken verdient die
Gewährleistung des Datenschutzes vielleicht die größte
Aufmerksamkeit. Das erklärte Ziel der Suchmaschinen,
die perfekte Reichweite der Suchergebnisse und das perfekte
Gedächtnis bezüglich der Bedürfnisse des Suchenden
anzubieten, erzeugt eine potentiell hochleistungsfähige
Infrastruktur der Datenüberwachung. Diese wird durch
die Wirklichkeit werdenden Suchmöglichkeiten mittels
audiovisueller Inhalte (z. B. Gesichtserkennung bei Bildsuche)
noch effizienter werden. Der Bericht gibt eine Bestandsaufnahme
vom Ende des sogenannten "Datenschutzes durch Anonymität"
und diskutiert möglichen Handlungsbedarf.
Meinungsfreiheit
Dieser Beitrag legt seinen Schwerpunkt auf die Frage, wie
sich das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit
auf eine verantwortungsvolle Regelung von Suchmaschinen auswirkt.
Er zeigt auf, wie beträchtlich die rechtlichen und regulatorischen
Herausforderungen in dieser Frage sind und schließt
auch eine Betrachtung der Haftung von Suchmaschinen für
Inhalte von Drittanbietern nach EG-Recht ein.
Regulierungsrahmen der EU
Befinden sich Suchmaschinen in einer Grauzone zwischen elektronischer
Kommunikation (Übertragung) und Rundfunk (Inhalte)? Dieser
Beitrag gibt eine Einschätzung des europäischen
Regulierungsrahmens und prüft, inwieweit sich die in
Betracht kommenden Rechtsinstrumente auf audiovisuelle Such-
und Navigationssysteme anwenden lassen. Weiter folgen einige
erste Überlegungen darüber, wie aufgezeigte "Lücken"
geschlossen werden könnten.
Selbst- und Co-regulierung
Ausgehend von einer Liste der mit Internetsuchmaschinen verbundenen
Risiken, zeigt der Bericht auf, welche ordnungspolitischen
Ziele durch diese ferngesteuerte Informationsauswahl in
Gefahr geraten können. Anhand bereits vorhandener
praktischer Erfahrungen werden im Weiteren die Möglichkeiten
und Grenzen von Co- und Selbstregulierung untersucht.
Bieten diese Regelungsformen eine Alternative zu staatlichen
Vorschriften für den Umgang mit den offengelegten
Risiken?
|