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Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht eine neue eingehende Analyse zum europäischen Medienrecht
Strassburg 6. Juli 2023
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Wann, wie und wo können wir europäische Filme und Serien sehen? Verwertungsfenster und Territorialität im Blickpunkt…

Hier "Territorialität und Verwertungsfenster im europäischen audiovisuellen Sektor" kostenlos herunterladen

 

Wir gehen der Frage nach, welche Vorschriften in Europa darüber bestimmen, wann, wie und wo wir Inhalte sehen können.

Das Prinzip der Verwertungsfenster wie auch das Konzept der Territorialität (also der Verbreitung in einzelnen Ländern) sind seit Langem die Eckpfeiler des europäischen Finanzierungs- und Verwertungsmodells für Filme und Programme. 

Dieser neue Bericht mit dem Titel Territorialität und Verwertungsfenster im europäischen audiovisuellen Sektor untersucht die aktuelle Gesetzgebung und Marktpraxis zu Verwertungsfenstern und Territorialität in der EU – also die Frage, wann, wie und wo Filme und Serien einem europäischen Publikum angeboten werden können. Unser Bericht berücksichtigt auch die Ansichten der Branche, die von entsprechenden Vorschriften stark betroffen ist. 
 
Kapitel eins gibt mit einer nützlichen aktuellen Definition von Verwertungsfenstern den Rahmen vor. Die Autorinnen und Autoren erläutern die dramatischen Auswirkungen der Pandemie auf die Struktur der Verwertungsfenster. Während der Lockdowns war schließlich keine Kinoauswertung möglich, und der Streaming-Konsum schnellte in die Höhe. Im Anschluss folgt eine Analyse der Entwicklung nach der Pandemie. Außerdem befasst sich dieses Kapitel damit, welche Faktoren Einfluss darauf haben, wie europäische Inhalte im Ausland ankommen.
 
Kapitel zwei erläutert die verschiedenen EU-Rechtstexte mit Auswirkungen auf Territorialität und Verwertungsfenster, insbesondere im Bereich des Urheber- und des Wettbewerbsrechts, und geht auf den Dialog mit den Interessenträgern über den Zugang zu und die Verfügbarkeit von audiovisuellen Inhalten in der EU ein. 
 
Kapitel drei befasst sich näher mit den unterschiedlichen nationalen Vorschriften, die in Europa für Verwertungsfenster gelten. Die Länge der Verwertungsfenster kann auf nationaler Ebene durch Rechtsvorschriften, etwa in den Regeln öffentlicher Förderstellen, oder auch durch vertragliche Einzelfallregelungen oder branchenweite Vereinbarungen festgelegt werden. Den Autorinnen und Autoren zufolge bestehen zwischen den Ansätzen der untersuchten Länder extreme Unterschiede. In Bulgarien etwa können Streaming-Anbieter einen Film schon drei Monate nach dem Kinostart zeigen, während die Frist in Belgien mindestens 26 Monate beträgt. Eingehend beschrieben werden in diesem Kapitel die gesetzlichen Bestimmungen in Frankreich und Bulgarien sowie die Regeln für die öffentliche Förderung in Österreich, Deutschland, Irland und Italien. Im Anhang befindet sich zudem eine Übersichtstabelle mit den verschiedenen Ansätzen der europäischen Länder. 
 
Kapitel vier enthält eine Bestandsaufnahme der Äußerungen aus der Branche zu den Fragen der Territorialität und der Verwertungsfenster. Insbesondere werden hier die Antworten von neun verschiedenen Interessenträgern referiert, die auf die Aufforderung der Europäischen Kommission zur Einreichung von Vorschlägen zur Verbesserung der Online-Verfügbarkeit und des grenzüberschreitenden Zugangs zu Filmen und Programmen in ganz Europa reagiert haben. 
 
Kapitel fünf stellt die jüngste EU-Rechtsprechung in diesem Bereich vor, und Kapitel sechs gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge, wobei das Fazit lautet: „Vielleicht sind sowohl die Territorialität als auch die Verwertungsfenster einfach deshalb unendliche Geschichten, weil beide in der komplexen Gleichung des europäischen audiovisuellen Sektors eine Konstante darstellen.“
 
Eine unverzichtbare neue und kostenlose Lektüre zum Verständnis der aktuellen Situation in Europa in Bezug auf Territorialität und Verwertungsfenster.