Zurück Video-Sharing-Plattformen in Europa: Wie regulieren wir Online-Werbung und schützen uns vor schädlichen und illegalen Inhalten?

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat soeben zwei kostenlose vergleichende Mapping-Berichte veröffentlicht, in denen untersucht wird, wie die verschiedenen europäischen Länder ihre Rechtsvorschriften im audiovisuellen Bereich angepasst haben, um sich den Online-Herausforderungen der Video-Sharing-Plattformen zu stellen.
Video-Sharing-Plattformen in Europa: Wie regulieren wir Online-Werbung und schützen uns vor schädlichen und illegalen Inhalten?

Zum Download „Mapping report on the rules applicable to video-sharing platforms: focus on commercial communications“ geht's hier

[nur auf Englisch verfügbar]

Wir alle kennen die Werbespots, die zum Beispiel vor YouTube-Inhalten eingespielt werden. Aber wer wacht darüber? Wie regelt das europäische audiovisuelle Recht Online-Werbung auf Video-Sharing-Plattformen? Dieser neue, von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Mapping-Bericht bildet die aktuellen rechtlichen Maßnahmen zur Regulierung der Nutzung von Online-Werbung oder audiovisueller kommerzieller Kommunikation, wie sie in der Fachsprache heißt, ab und bietet einen Überblick über die wichtigsten Initiativen zur Selbst- und Koregulierung in diesem Bereich. Der Bericht bietet eine europaweite vergleichende Analyse sowie detaillierte Länderprofile und spiegelt den Stand vom Oktober 2022 wider.

Die europäischen Länder haben die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) in ihr jeweiliges nationales Recht umgesetzt, und mit eben diesem auf europäischem Recht basierenden nationalen Ansatz soll Online-Werbung reguliert werden, was bedeutet, dass VSP-Anbieter gewährleisten müssen, dass von ihnen verkaufte oder platzierte Werbung den geltenden nationalen Gesetzen entspricht.

Unser Bericht stellt fest:

  • Verschärfte Vorschriften gelten bei Werbung für Alkohol oder Lebensmittel und Getränke, die Nährstoffe und Substanzen mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkung enthalten (zum Beispiel Fettstoffe oder Zucker).
  • In der AVMD-Richtlinie ausgeführte detaillierte Vorschriften zu Sponsoring und Produktplatzierung gelten zwar für Werbung, die von VSP verbreitet wird, greifen im Allgemeinen jedoch lediglich in wenigen Fällen.
  • Unter den weniger erforschten Konzepten von Online-Werbung ist Glücksspiel der am stärksten regulierte Bereich; hier kommen überwiegend spezielle Glücksspielgesetze oder Werbegesetze und in einigen Fällen Selbstregulierungsinstrumente zum Tragen. 
  • Ökologische oder „grüne“ Behauptungen sind weniger reguliert, werden aber häufig im Zusammenhang mit unlauteren Geschäftspraktiken genannt oder fallen in den Bereich der irreführenden Werbung.

Da Video-Sharing-Plattformen häufig transnational tätig sind, ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden, wie in der überarbeiteten AVMD-Richtlinie festgestellt wird, von entscheidender Bedeutung.

Dieser neue Bericht erfasst alle EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und das Vereinigte Königreich.  Er bietet eine detaillierte Analyse des nationalen audiovisuellen Rechts der einzelnen Länder sowie der geltenden Bestimmungen zur Regulierung kommerzieller Kommunikation, die über Video-Sharing-Plattformen verbreitet wird.

 

Hier „Hier „Mapping of national rules applicable to video-sharing platforms: Illegal and harmful content online“ herunterladen“ herunterladen

[nur auf Englisch verfügbar]

Die heutigen Video-Sharing-Plattformen sind voll von Inhalten, die sich leicht in drei wohlbekannte Kategorien einteilen lassen: „Die Guten, die Schlechten und die (offen gesagt sehr) Hässlichen“. Selbstverständlich brauchen wir Sheriffs, Cowboys und Gesetzesmacher, die uns vor illegalen und schädlichen Inhalten auf VSP im Wild Wild Web bewahren. Wie also schützt uns europäisches Recht vor der wilden Seite der Video-Sharing-Plattformen? 

Gemäß der überarbeiteten AVMD-Richtlinie haben VSP bestimmte Regeln und Verpflichtungen in Bezug auf den Schutz Minderjähriger vor schädlichen Inhalten einzuhalten. Zudem müssen sie die Öffentlichkeit vor illegalen und zu Gewalt oder Hass aufrufenden Inhalten schützen. 

Zu den derzeit angewandten Strategien gehören Meldemechanismen, die es ermöglichen, illegale Inhalte anzuzeigen, Instrumente zur Förderung von Medienkompetenz, die uns einen vorsichtigeren Umgang mit VSP lehren, sowie Anpassungen der Geschäftsbedingungen von Diensten. Darüber hinaus hat dies Auswirkungen auf die nationalen Medienregulierungsbehörden, in deren Zuständigkeit die VSP nun fallen.

Vor diesem allgemeinen Hintergrund ersuchte die Europäische Kommission die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, einen Mapping-Bericht darüber zu erstellen, wie die für VSP geltenden Vorschriften in den jeweiligen nationalen Rechtsrahmen umgesetzt wurden. Das Update 2022 baut auf dem ursprünglichen Mapping-Bericht von 2021 auf und berücksichtigt die neuesten Entwicklungen bei der Umsetzung der AVMD-Richtlinie.

Der Bericht beinhaltet eine europaweite vergleichende Analyse, detaillierte Länderprofile sowie die Sichtweise der Interessenträger der Industrie. Er spiegelt den Stand vom Mai 2021 mit neuen Informationen aus einem Update vom September 2022 wider.

Erfahren Sie, wie die europäischen Länder ihre Medienkonsumenten vor gefährlichen und illegalen Inhalten im Internet schützen!

Strassburg 14. Februar 2023
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