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Rückgang der EU-Kinoumsätze 2018 bei gleichzeitigem Anstieg des EU-Marktanteils

Strassburg 09/05/2019
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Rückgang der EU-Kinoumsätze 2018 bei gleichzeitigem Anstieg des EU-Marktanteils
  • Bruttoeinspielergebnis in der EU 2018 um 3,3 % auf insgesamt 6,8 Mrd. EUR, den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen
  • Superhelden-Blockbuster Avengers: Infinity Wars und Familienanimationsfilm Die Unglaublichen 2 an der Spitze der EU-Charts
  • Marktanteil europäischer Filme steigt auf 29,4 %
  • EU-Filmproduktion setzt nach einer Pause 2017 Wachstum auf 1.847 produzierte Filme fort
  • Digitalisierung der Kinos erreicht in der EU 97 %

Bruttoeinspielergebnis in der EU 2018 um 3,3 % gesunken

Zum ersten Mal seit vier Jahren hat das kumulierte Bruttoeinspielergebnis in den EU-Mitgliedstaaten 2018 die Marke von 7 Mrd. EUR verpasst. Gestützt auf vorläufige Angaben schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, dass die kumulierten Bruttoeinspielergebnisse in der EU 2018 um 3,3 % auf insgesamt 6,8 Mrd. EUR und damit gegenüber 2017 um 233,3 Mio. EUR gesunken sind. Nicht inflationsbereinigt bedeutet dies das niedrigste Ergebnis seit 2014, aber dennoch den vierthöchsten Stand in den letzten zehn Jahren. Bei einem stabilen gesamteuropäischen Durchschnittspreis für Kinokarten von 7,10 EUR spiegelt der Rückgang bei den Einnahmen die rückläufigen Kartenverkäufe wider. Die Besucherzahlen gingen EU-weit um 2,9 % auf 956 Mio. verkaufte Eintrittskarten zurück, 28,7 Mio. weniger als 2017. Wie in früheren Jahren entwickelten sich die Bruttoeinspielergebnisse in der EU uneinheitlich. In 12 EU-Gebieten war ein Anstieg, in 11 ein Rückgang zu verzeichnen, während sie in 3 der 26 EU-Märkte, für die vorläufige Daten vorlagen, relativ stabil blieben. Die sinkenden Kinoumsätze resultierten vorrangig aus einem erheblichen Einbruch in Deutschland (-156,8 Mio. EUR, -14,8 %). In den anderen vier großen EU-Märkten ging das Bruttoeinspielergebnis in Italien (-30,8 Mio. EUR, -5,0 %) und Frankreich ebenfalls zurück, während es in Spanien (-5,6 Mio. EUR, -0,9 %) und im Vereinigten Königreich (+3,9 Mio. GBP, +0.3 %) relativ stabil blieb. Andererseits stieg das Bruttoeinspielergebnis in mehreren zentral- und osteuropäischen Märkten: Tschechische Republik (+13,2 %), Litauen (+10,0 %), Slowenien (+10,0 %), Kroatien (+8,0 %), Ungarn (+6,3 %) und Polen (+5,0 %).

Außerhalb der EU fiel das russische Bruttoeinspielergebnis um 4,7 % auf 50,9 Mrd. RUB, was immer noch das zweithöchste in den letzten Jahren verzeichnete Ergebnis war. Das zweite Jahr in Folge behauptete sich Russland als nach Besucherzahlen größter europäischer Markt knapp vor Frankreich. In der Türkei stieg das Bruttoeinspielergebnis um 3,0 % auf 896,9 Mio. TRY, was dank einem höheren Durchschnittspreis für Kinokarten ungeachtet eines leichten Rückgangs bei den Besucherzahlen (‑1,1 %) für einen neuen Spitzenwert sorgte.

Superhelden-Franchise Avengers: Infinity Wars führt 2018 die EU-Kinocharts an

Erneut stürmten US-Studios 2018 mit 18 der 20 Top-Titel die EU-Kinocharts. Der Superhelden-Blockbuster Avengers: Infinity Wars war 2018 der Gewinner an den Kinokassen. Es war der einzige Film, der mehr als 30 Millionen Besucher (31,0 Mio.) anzog, gefolgt vom Familienanimationsfilm Die Unglaublichen 2 (27,9 Mio.). Weitere erfolgreiche Filme waren unter anderem Jurassic World: Das gefallene Königreich (22,1 Mio.), Mamma Mia! Here We Go Again (19,9 Mio.), Black Panther (18,9 Mio.) und Fifty Shades of Grey - Befreite Lust (17,6 Mio.). Wie in Vorjahren gab es auch 2018 eine starke Präsenz von Franchise-Filmen: 17 Titel der Top 20 (und 9 Titel der Top 10) waren Fortsetzungen, Prequels, Spin-Offs oder Neuverfilmungen. Andererseits waren lediglich vier Filme unter den Top 20 Familienanimationsfilme gegenüber sechs 2017 und acht 2016.

Die GB inc-Produktionen Bohemian Rhapsody und Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen waren die beiden einzigen nicht US-amerikanischen Filme unter den Top 20; sie erreichten 26,4 beziehungsweise 20,2 Mio. Zuschauer. Lässt man Filme mit Beteiligung von US-Studios (EUR inc) außer Acht, war Johnny English 3: Man lebt nur dreimal der europäische Top-Titel des Jahres mit 7,1 Mio. Zuschauern, gefolgt von Die dunkelste Stunde (6,6 Mio.).

Tabelle 1: Bruttoeinspielergebnisse, Kinobesucherzahlen und nationale Marktanteile in europäischen Ländern 2017 – 2018 vorl.

Tabelle 2: Top-20-Filme nach Besucherzahlen in der Europäischen Union 2018 vorl. (1)

Tabelle 3: Europäische Top-20-Filme nach Besucherzahlen in der Europäischen Union 2018 (inkl. EUR inc) vorl. (1)

Europäischer Marktanteil auf 29,4 % gestiegen

Der Rückgang bei den Besucherzahlen in der EU ist 2018 in erster Linie auf sinkende Zahlen bei US-Filmen zurückzuführen, was einen geschätzten US-Marktanteil von 63,2 % gegenüber 66,2 % im Vorjahr bedeutet. Der Marktanteil, den europäische Filme für sich verbuchen konnten, stieg im Gegenzug von 27,9 % auf 29,4 %. Dies ist der zweithöchste Wert in den letzten fünf Jahren. Auf nationaler Ebene waren lokale europäische Filme besonders im Vereinigten Königreich (44,8 %), Frankreich (39,5 %), Polen (33,3 %) und Dänemark (29,8 %) erfolgreich. Außerhalb der EU war die Türkei das europäische Gebiet mit dem höchsten nationalen Marktanteil (63,4 %).

Aufgrund der Position zweier GB inc-Produktionen unter den Top-20-Filmen stieg der Marktanteil von Filmen mit US-Beteiligung (EUR inc) von 4,2 % auf 5,4 %.

Tabelle 4: EU-Marktanteile nach Ursprungsländern 2014 – 2018 vorl.
In % der Gesamtbesucherzahlen. Vorläufige Schätzungen.

Produktionsvolumen bei EU-Filmen erneut gestiegen

Nach einer erstmaligen Verlangsamung 2017 nahmen die EU-Produktionen im vergangenen Jahr wieder zu, wie der geschätzte Anstieg der produzierten europäischen Spielfilme 2018 von 1.737 auf 1.847 zeigt. Die Zahl teilt sich in geschätzte 1.142 Spielfilme (62 %) und 705 Dokumentarfilme (38 %). Die gesteigerte Produktionstätigkeit ist primär auf eine höhere Zahl an internationalen Koproduktionen und Dokumentarfilmen zurückzuführen

Tabelle 5: Anzahl der in der EU produzierten Kinofilme 2014 – 2018 vorl.
Vorläufige Schätzungen.

Kinoinfrastruktur in der EU fast vollständig digitalisiert

Nach Angaben von MEDIA Salles ist der Digitalisierungsprozess in der EU weitgehend abgeschlossen. Ende 2018 hatten insgesamt 24 EU-Mitgliedstaaten 90 % ihrer Kinosäle oder mehr umgestellt. Lediglich die Slowakei (75 %) und die Tschechische Republik (51 %) [1] vermeldeten einen Digitalisierungsstand unter 80 %. Ende 2018 belief sich die Zahl der digitalisierten Kinosäle auf insgesamt 31.246, was einen geschätzten Anteil von 97 % der gesamten Kinoleinwände in der EU ausmacht

Table 6: Digital screens in the European Union 2014 – 2018 prov
Provisional estimates.

[1] Die tschechischen Angaben umfassen auch temporäre Anlagen (Freiluft-, Teilzeit- und Wanderkinos), die einen wichtigen Teil der lokalen Kinolandschaft ausmachen. Die Digitalisierung stationärer Kinos liegt bei über 90 %.

Ausführlichere Informationen zu den europäischen sowie internationalen Kinomärkten finden Sie im FOCUS 2019 World Film Market Trends, der von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für den Cannes Film Markt veröffentlicht wird. Alle Filmjournalisten erhalten ein Freiexemplar des FOCUS am Stand der Informationsstelle im Palais des Festivals: Erdgeschoss Ebene 0, Sektion Riviera, Stand H3. Tel.: 33 (0) 4 92 99 32 18. Oder kontaktieren Sie Alison Hindhaugh (Pressesprecherin) alison.hindhaugh@coe.int - tel.: +33 (0) 684352743. Sie können den Focus 2019 auch an unserem Stand kaufen oder ab 14. Mai über unsere Webseite. (http://shop.obs.coe.int/en/19-focus)

Redaktionshinweise:

  • Die Daten wurden in Zusammenarbeit mit dem EFARNNetzwerk (European Film Agency Research Network) erhoben.
  • Alle Zahlen für 2018 sind vorläufig

Ranking der Kinobesucherzahlen in der Europäischen Union (Tabellen 2 und 3)
Das gesamteuropäische Filmranking in den Tabellen 2 und 3 basiert auf Daten aus den Staaten der Europäischen Union, zu denen Ergebnisse in der Datenbank LUMIERE mit Stand vom 22. April 2019 erfasst waren. Diese Datenbank der Kinobesucherzahlen für Filme, die in Europa angelaufen sind, ist kostenlos online zugänglich. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle und mehreren nationalen Fachquellen sowie dem MEDIA-Programm der Europäischen Union. LUMIERE enthält Kinobesucherzahlen nach Ländern für rund 49.000 Filme, die seit 1996 in Europa im Verleih sind. Teilweise sind jetzt ebenfalls Daten für 33 europäische Länder sowie den nordamerikanischen Markt für das Jahr 2018 verfügbar.

Marktanteile (Tabelle 4)
Die abgebildeten Marktanteile basieren auf einer Auswertung der Ergebnisse von Filmen, die in Mitgliedstaaten der Europäischen Union angelaufen sind, sofern der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle entsprechende Besucherzahlen zugänglich gemacht wurden. Um derartige Marktanteile berechnen zu können, muss jeder Film einem einzelnen „Ursprungsland“ zugeordnet werden, was bei internationalen Koproduktionen bisweilen schwierig sein kann. In diesen Fällen versucht die Informationsstelle, das Land mit dem größten finanziellen Beitrag und/oder kreativen Einfluss auf das Projekt als Ursprungsland zu definieren. Die Informationsstelle weist seit 2005 Filme bei der Zuordnung des Ursprungslandes gesondert aus, die in einem oder mehreren Ländern Europas (oder anderswo) mit finanzieller Beteiligung aus den USA produziert wurden (durch den Zusatz ‚inc‘ für incoming investment). Es ist allerdings zu beachten, dass die nachträgliche Verfügbarkeit weiterer Informationen bisweilen zu einer Neuzuordnung des Ursprungslands führen kann und dass der in der Datenbank LUMIERE angegebene Ursprung nicht immer mit den Angaben nationaler Quellen übereinstimmen muss.
Die in Tabelle 4 dargestellten vorläufigen Marktanteile in der EU im Jahr 2018 basieren auf den Besucherzahlen der einzelnen Filme, die in der Datenbank LUMIERE mit Stand vom 22. April 2019 erfasst waren. Zu diesem Zeitpunkt waren hiermit rund 93 % der Kinobesuche in den 26 EU-Staaten abgedeckt, für die Daten verfügbar waren. Aufgrund einiger Lücken in der Erfassung und Bereitstellung der Daten in verschiedenen Ländern ist eine 100%ige Abdeckung der Besucherzahlen derzeit nicht möglich.

Anzahl der in der Europäischen Union produzierten Kinofilme (Tabelle 5)
Eine Abschätzung der Gesamtzahl der in der EU produzierten Kinofilme ist immer noch schwierig. Gründe hierfür sind im Wesentlichen zum einen das Risiko, dass Koproduktionen doppelt gezählt werden, und zum anderen die national unterschiedlichen Verfahren bei der Erfassung dieser Daten. In der Gesamtzahl für die Europäische Union werden abendfüllende Kinofilme berücksichtigt, nicht jedoch Koproduktionen mit Minderheitsbeteiligung sowie US-amerikanische und ausländische Koproduktionen im Vereinigten Königreich. Für einige Länder sind keine separaten Datensätze für Spielfilme und Dokumentarfilme verfügbar.


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