Aktuell Aktuell
Zurück

Die Unabhängigkeit der Medienregulierungsbehörden in Europa

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht neuen Bericht über neue AVMD-Richtlinie und ihre Auswirkungen auf die Medienregulierung in Europa
Strassburg, Frankreich 09/10/2019
  • Diminuer la taille du texte
  • Augmenter la taille du texte
  • Imprimer la page
  • Imprimer en PDF
Die Unabhängigkeit der Medienregulierungsbehörden in Europa

Hier herunterladen

Die wichtigste europäische Mediengesetzgebung - die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) - wurde kürzlich überarbeitet und trat im vergangenen Herbst in einer neuen Fassung in Kraft. Diese neue AVMD-Richtlinie verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten, eine oder mehrere unabhängige nationale Regulierungsbehörden zu benennen, die den Rundfunk- und audiovisuellen Mediensektor in Europa beaufsichtigen. Sie müssen rechtlich von der Regierung getrennt und von ihren jeweiligen Regierungen und von jeder anderen öffentlichen oder privaten Stelle funktionell unabhängig sein. Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle als Teil des Europarats in Straßburg verfolgt die europäische Mediengesetzgebung sehr aufmerksam und hat soeben unter wissenschaftlicher Koordination ihrer Partnerinstitution, des Instituts für Informationsrecht (IViR) der Universität Amsterdam, eine eingehende Analyse der Bedeutung der neuen AVMD-Richtlinie für die europäischen Regulierungsbehörden veröffentlicht: Die Unabhängigkeit der Medienregulierungsbehörden in Europa

Die Verfasser eröffnen diesen Bericht, indem sie das Konzept der unabhängigen Medienregulierung umreißen. Sie betonen zudem in dieser Einführung die Rolle einer unabhängigen Kontrolle des audiovisuellen Mediensektors für das gesunde Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft.

Im zweiten Kapitel werden die vom Europarat geschaffenen Grundlagen für eine unabhängige Medienregulierung hervorgehoben. Sie reichen vom Europäischen Übereinkommen über das grenzüberschreitende Fernsehen (ECTT - 1989) bis hin zur normsetzenden Tätigkeit, die in den letzten zwei Jahrzehnten durch die Annahme verschiedener Texte wie der Empfehlung über die Unabhängigkeit und die Funktionen der Regulierungsbehörden (2000), der Erklärung über die Unabhängigkeit und die Funktionen der Regulierungsbehörden (2008) und der Empfehlung über Medienpluralismus und Transparenz bei Medieneigentum (2018) durch den Rat geleistet wurde.

Das dritte Kapitel befasst sich mit den EU-Rechtsvorschriften zur Unabhängigkeit der Regulierungseinrichtungen und untersucht, wie sich diese im Laufe der Jahre entwickelt haben. Die Verfasser weisen darauf hin, dass die AVMD-Richtlinie in der Fassung von 2010 die Mitgliedstaaten nicht verpflichtete, die Unabhängigkeit von Regulierungsbehörden und -stellen zu gewährleisten. Dazu kam es erst mit der Fassung von 2018, die im überarbeiteten Artikel 30 eine detaillierte Bestimmung einführt, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, eine oder mehrere unabhängige Regulierungsbehörden zu benennen; gleichzeitig werden einige der Anforderungen und wesentlichen Sicherungsmaßnahmen zur Gewährleistung ihrer Unabhängigkeit festgelegt. Die Erklärung von 2010 wurde 2018 auch als Folge der INDIREG-Studie ("Indicators for independence and efficient functioning of audiovisual media services regulatory bodies"), die 2011 im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt wurde, zu einer verbindlichen Verpflichtung. Das klare Ziel dieser Studie war es, die Unabhängigkeit von Regulierungsbehörden europaweit zu messen.

Kapitel vier geht vertieft auf diese INDIREG-Studie ein und beschreibt im Detail die fünf Indikatoren, mit denen sie die Unabhängigkeit von Regulierungsbehörden misst: Status und Befugnisse der Behörde, ihre finanzielle Autonomie, Autonomie der Entscheidungsträger, angemessene Bereitstellung von fachlich qualifiziertem Personal und schließlich Rechenschaftspflicht und Transparenz der Behörde. Die Verfasser analysieren die Auswirkungen der INDIREG-Studie und verknüpfen ihre Methodik mit dem endgültigen überarbeiteten Artikel 30 in der neuen AVMD-Richtlinie von 2018.

Die Frist für die Umsetzung der aktuellen AVMD-Richtlinie durch alle EU-Mitgliedstaaten ist der 19. September 2020. Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser ausführliche Bericht eingehend mit einer Auswahl von neun unterschiedlichen Europäischen Ländern und untersucht den Stand der Unabhängigkeit ihrer jeweiligen Regulierungsbehörden. Die Kapitel 5 bis 13 betrachten die Unabhängigkeitsanforderungen aus Artikel 30, die vom Europarat geförderten Normen sowie Kriterien wie die funktionelle und rechtliche Unabhängigkeit der Einrichtung, ihre Befugnisse, die Ernennungsverfahren innerhalb der Organisation sowie mögliche Beschwerdemechanismen. Die Ergebnisanalyse zeigt die Unterschiede zwischen den neun ausgewählten Ländern auf.

Schließlich bietet Kapitel 14 eine vergleichende Analyse der Normen, die vom Europarat in seinen normsetzenden Instrumenten gefördert werden, und Artikel 30 der neuen AVMD-Richtlinie. Anschließend werden die wichtigsten Schlussfolgerungen zum Stand der Unabhängigkeit der Medienregulierungsbehörden in den neun oben genannten europäischen Ländern nach den einschlägigen Kriterien verglichen. Die Verfasser runden den Bericht mit individuellen Zusammenfassungen zum Grad der Unabhängigkeit für jedes der neun analysierten Länder ab.


AKTUELLER BERICHT AKTUELLER BERICHT

Schlüsseltrends 2019/2020

Den audiovisuellen Sektor und die aktuellen Trends verstehen

Wo standen wir vor der COVID-Krise?

Um zu verstehen, wie COVID-19 die Film-, Fernseh- und VoD-Sektoren getroffen hat, müssen wir wissen, wie sie sich vor Beginn der Krise entwickelt haben. Schlüsseltrends 2019/20 gibt einen vollständigen Überblick über die europäischen audiovisuellen Märkte, bevor uns die aktuelle Krise traf.

  • Welche Akteure dominieren heute die europäische audiovisuelle Landschaft?
  • Was sind die neuesten Markttrends für Kino, Fernsehen und Abrufdienste?
  • Wie finanziert Europa die Produktion neuer Inhalte und wie ist seine Verbreitung?

Dies sind einige der Fragen, die in unserer neuen Ausgabe der Schlüsseltrends 2019/20 untersucht werden.

Dieser neue Bericht kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Er gibt einen Überblick über die neuesten Entwicklungen in der europäischen Film-, Fernseh- und VoD-Industrie, einschließlich Markttrends, Finanzierungsmodelle und Verbreitungszahlen europäischer Werke. Schlüsseltrends ist eine Zusammenfassung der Daten aus dem Jahrbuch der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle - Fernsehen, VoD Kino und Video in 40 europäischen Staaten.

Vorhergehende Schlüsseltrends Berichte hier herunterladen

Wir empfehlen Wir empfehlen

IRIS Newsletter – unsere jüngsten rechtlichen Beobachtungen

Der IRIS Newsletter berichtet monatlich über die wichtigsten rechtlichen Entwicklungen für die audiovisuelle Industrie in 39 europäischen Ländern.
In mehr als 30 kurzen Artikeln gibt er regelmäßig und kostenlos einen Überblick über das Geschehen auf nationaler und internationaler Ebene. Der Newsletter ist eine unverzichtbare Publikation für alle Entscheidungsträger und Experten im audiovisuellen Sektor, die wir erstellt haben, um den Informationsfluss und die Transparenz in diesem Sektor zu verbessern.

Top Workshop Top Workshop

Künstliche Intelligenz in der audiovisuellen Industrie

Wie auch in anderen Sektoren kündigt die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der audiovisuellen Industrie wahrscheinlich einen Paradigmenwechsel an, da sie die gesamte Wertschöpfungskette verändern kann.
Die Beobachtungsstelle wollte diese Auswirkungen näher untersuchen und widmete ihren jährlichen Workshop im Dezember 2019 der Diskussion über die Chancen und Herausforderungen, die die künstliche Intelligenz im audiovisuellen Sektor, insbesondere im journalistischen Bereich und im Filmsektor, mit sich bringt.

ERFASSUNG VON COVID-19-MASSNAHMEN IM AUDIOVISUELLEN SEKTOR ERFASSUNG VON COVID-19-MASSNAHMEN IM AUDIOVISUELLEN SEKTOR

Wir erfassen Maßnahmen in unseren Mitgliedstaaten und auf europäischer Ebene, mit denen der audiovisuelle Sektor während und nach der COVID-19-Krise unterstützt wird.


Datenbank zu Studien und Daten der europäischen Filmagenturen
Kostenpflichtige Dienste Kostenpflichtige Dienste

Jahrbuch-Online-Service 2019/2020

Die BESTE DATENQUELLE zu • Fernsehen • Kino • Video • audiovisuellen Abrufdiensten in 40 europäischen Länder und Marokko

Veröffentlicht: 16/11/2019

►400 Tabellen mit mehr als 25 000 Daten
► 40 Länderprofile
► Daten von 2014 bis 2018

Mehr

Preis:  370 €
(weitere Infos zum Preis/zur Bestellung hier)

Veranstaltungen und termine Veranstaltungen und termine

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen der Informationsstelle sowie zu Veranstaltungen, an denen unsere Experten teilnehmen.

 Hier klicken

Unsere monatliche Zusammenfassung Unsere monatliche Zusammenfassung

Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie unsere monatliche Zusammenfassung mit Informationen über unsere neuesten Veröffentlichungen.

Um sich in unsere Mailingliste einzutragen: email Alison Hindhaugh

 oder per Telefon:
+ 33 (0) 3 90 21 60 10 (direct)

        

  Link zum Video