Zurück Europäische Audiovisuelle Informationsstelle organisiert erfolgreichen Workshop zu Marktwettbewerb in der georgischen audiovisuellen Industrie

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle organisiert erfolgreichen Workshop zu Marktwettbewerb in der georgischen audiovisuellen Industrie

 

  • Am 12. Juni 2024 veranstalteten die georgische Präsidentschaft der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle und die Informationsstelle gemeinsam einen geschlossenen Workshop, der sich mit den Auswirkungen des Marktwettbewerbs auf die audiovisuelle Industrie und die Regulierungsbehörden in kleineren Ländern befasste. Die Veranstaltung brachte führende Experten und Interessenträger zusammen, um über Schlüsseltrends, regulatorische Herausforderungen sowie Strategien zur Förderung eines wettbewerbsorientierten audiovisuellen Marktes zu diskutieren.

Eröffnet wurde der Workshop vom Kommissar der nationalen georgischen Kommunikationskommission und derzeitigen Präsidenten der Informationsstelle, Ivane Makharadze, der die Gelegenheit zu diesem Austausch mit Experten aus Georgien und nationalen Regulierungsbehörden begrüßte. Susanne Nikoltchev, die geschäftsführende Direktorin der Informationsstelle, gab einen Überblick über die Hintergründe der Veranstaltung und betonte die Rolle der Informationsstelle, sachliche Informationen zu liefern, um eine sachkundige Diskussion zu erleichtern.

Es folgten zwei Impulsvorträge: Gilles Fontaine, Leiter der Abteilung für Marktinformationen der Informationsstelle, präsentierte die neuesten Trends auf dem audiovisuellen Markt, wobei er deren Auswirkungen auf die Produktion von Inhalten und Reaktionen der Industrie auf neue Umfelder sowie die potenziellen Herausforderungen künstlicher Intelligenz analysierte. Sophie Valais, stellvertretende Leiterin der Abteilung für juristische Informationen der Informationsstelle, legte den Fokus auf die Einführung von Normen und Regeln in Nicht-EU-Ländern zur Förderung des Marktwettbewerbs. Sie stellte die wichtigsten Regulierungstrends auf der Grundlage der AVMSDatabase der Informationsstelle, ihrer Publikationsreihe AVMSDigest und eines aktuellen Mapping-Berichts über die Anwendung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD) in ausgewählten Nicht-EU-Ländern vor.

Es folgte eine Podiumsrunde, die von Levan Maisuradze von der nationalen georgischen Kommunikationskommission moderiert wurde. Zu den Teilnehmern gehörten Giorgi Gvimradze, stellvertretender Direktor für Nachrichten und aktuelles Zeitgeschehen des öffentlich-rechtlichen georgischen Rundfunkveranstalters, Otar Bubashvili, Mitbegründer von Cavea+ (einem georgischen Online-Videostreaming-Dienst), Samuel Studer, Teamleiter Medienforschung beim Schweizer Bundesamt für Kommunikation BAKOM, Mari Velsand, Generaldirektorin der norwegischen Medienbehörde und Ewa Murawska-Najmiec, amtierende stellvertretende Direktorin des polnischen Rundfunkrats.

Samuel Studer, BAKOM, hielt einen kurzen Eröffnungsvortrag zum Thema  „Regulatory Dilemmas and Small Market Challenges“ („Zwickmühlen der Regulierung und Herausforderungen für kleine Märkte“), in dem er auf die Realität von kleinen Märkten, wie dem Schweizer Markt, einging. Im Mittelpunkt des anschließenden Austauschs standen die regulatorischen Herausforderungen und die Zweckmäßigkeit der Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für die verschiedenen Diensteanbieter angesichts ihrer offensichtlichen Wesensunterschiede.  

Anschließend wandte sich die Diskussion dem Beispiel Georgiens als kleinem audiovisuellem Markt zu. Insbesondere der anwesende georgische VoD-Anbieter erläuterte, wie er mit den besonderen Herausforderungen des georgischen Marktes und den Wettbewerbszwängen seitens großer Akteure umgeht.

In einer abschließenden Diskussionsrunde ging es darum, wie georgische Medien potenziell vor großen Plattformen geschützt werden können. Dieses Dilemma betrifft klassischerweise kleine Märkte und wirft Fragen nach der Notwendigkeit eines regulatorischen Eingreifens und der Unterstützung kleinerer nationaler Medienunternehmen auf. 

Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte die geschäftsführende Direktorin der Informationsstelle, Susanne Nikoltchev, dass der Workshop eindeutig dazu beigetragen habe zu verstehen, welchen Herausforderungen und Möglichkeiten sich kleinere Länder gegenübersehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und wie diese Aspekte in der georgischen audiovisuellen Industrie zum Tragen kommen und möglicherweise angegangen werden können, um künftige Fortschritte und Kooperationen zu erzielen. 

Der Workshop fand direkt im Anschluss an die halbjährliche Sitzung des Leitungsgremiums der Informationsstelle, des Exekutivrats, statt, der sich aus Vertretern der 41 Mitglieder der Informationsstelle (40 Staaten, darunter Georgien, und die Europäische Union) zusammensetzt. Die Juni-Sitzung des Exekutivrats wird traditionell im Land der Präsidentschaft abgehalten.

Tiflis 17. Juni 2024
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