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Zurück 32% aller Werke in VoD-Katalogen sind europäischer Herkunft, 21% stammen aus der EU27

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht neue Analyse von TVoD-, SVoD- und FoD-Katalogen
32% aller Werke in VoD-Katalogen sind europäischer Herkunft, 21% stammen aus der EU27

Zum Download „Film and TV content in TVOD,
SVOD and FOD catalogues - 2022 Edition” geht's hier 

Hinweis: Das Wort „europäisch“ bezieht sich in dieser Pressemitteilung auf Daten zu den 46 Mitgliedstaaten des Europarates.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Europäische Werke (Filme und Fernsehstaffeln) machten 32 % aller Werke in VoD-Katalogen aus, wobei 21 % aller Werke auf EU27-Werke und 11 % auf andere europäische Werke entfielen. 
  • Die in den Katalogen geführten EU27-Werke sind überwiegend nicht nationaler Herkunft. Im Durchschnitt aller EU27-Werke in VoD-Katalogen waren 79 % in SVoD-Katalogen nicht nationaler Herkunft, 63 % in TVoD-Katalogen und 61 % in FoD-Katalogen.
  • TVoD-Kataloge hatten mit durchschnittlich 6.567 Werken (5.477 Filme und 1.090 Fernsehstaffeln) den höchsten Gesamtanteil an Werken, gefolgt von SVoD-Katalogen mit durchschnittlich 1.660 Werken (990 Filme und 670 Fernsehstaffeln) und FoD-Katalogen mit 1.002 Werken (823 Filme und 179 Fernsehstaffeln).

Dieser neue Bericht wurde von Christian Grece, Fernseh- und VoD-Analyst in der Abteilung für Marktinformationen der Informationsstelle, verfasst. Die VoD-Katalogdaten stammen von JustWatch und umfassen 971 VoD-Kataloge für Filmdaten und 497 VoD-Kataloge für Daten zu Fernsehstaffeln.

Dieser Bericht wurde durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Kommission unterstützt.

  • 32 % aller Werke in VoD-Katalogen sind europäischer Herkunft.

Herkunft der Filme und Fernsehstaffeln bei VoD - kumuliert - TVoD-, SVoD- und FoD-Kataloge

Quelle: JustWatch (www.justwatch.com

  • Höherer Anteil europäischer Werke in SVoD- und TVoD-Katalogen, mehr internationale Werke in SVoD-Katalogen

SVoD- und TVoD-Kataloge hatten einen höheren Anteil an europäischen Werken als FoD-Kataloge.


Quelle: JustWatch (www.justwatch.com

  • Der höchste Anteil an nationalen Werken unter den EU27-Werken findet sich in FoD-Katalogen

SVoD- und TVoD-Dienste stützen sich in ihrem Angebot an EU27-Filmen und Fernsehstaffeln mehr auf nicht nationale EU-Werke als FoD-Dienste. 


 

Quelle: JustWatch-Katalogdaten (www.justwatch.com

  • EU27-Werke fanden die höchste Länderverbreitung in SVoD-Katalogen

Im Durchschnitt war ein EU27-Film in 5,2 Ländern in SVoD-Katalogen zu finden. Eine aus der EU27 stammende Fernsehstaffel war im Durchschnitt in drei Ländern bei SVoD zu finden, was durch die Präsenz mehrerer gesamteuropäischer SVoD-Dienste in der Stichprobe noch verstärkt wurde. Die niedrigste Verbreitung verzeichneten EU27-Werke in FoD-Katalogen.


 


Zum Verständnis dieser Diagramme: Im Durchschnitt ist ein bei TVoD abrufbarer EU27-Film in vier Ländern verfügbar
Quelle: JustWatch-Katalogdaten (www.justwatch.com

Methodik:

  • Für Filmdaten wurden 169 TVoD-Kataloge, 673 SVoD-Kataloge und 129 FoD-Kataloge in 25 EU-Ländern (Keine Daten für CY und LU) auf der Grundlage von JustWatch-Katalogdaten analysiert. Die Daten wurden im September 2022 erhoben und die Titel über Datenbanken mit ihren jeweiligen Produktionsländern abgeglichen. Die Datenkonsistenz wird durch Abgleich jedes Eintrags eines jeden Katalogs mit einem eindeutigen Originaltitel erreicht.  
  • Für Fernsehinhalte basiert die Analyse auf JustWatch-Daten von 391 SVoD-Katalogen und 58 FoD-Katalogen in 25 EU-Ländern (Keine Daten für CY und LU)  sowie auf 48 TVoD-Katalogen in 13 EU-Ländern (Keine Daten für BE, BG, CY, EE, GR, HR, HU, LU, LT, LV, MT, RO, SI und SK). Die Daten wurden im September 2022 erhoben und die Fernsehstaffeln über Datenbanken mit ihren jeweiligen Produktionsländern abgeglichen.
  • Es werden vier Herkunftsregionen betrachtet: „EU27“-Titel haben ein EU27-Land als erstes Produktionsland. „Andere europäische“ Titel haben als erstes Produktionsland ein europäisches Land, das Mitglied des Europarats ist, „US“-Titel stammen aus den Vereinigten Staaten von Amerika und „Andere Region“/„Andere internationale“ bezeichnet Titel jeglicher sonstiger Herkunft.  

 Link zu anderen VoD-Berichten

Strassburg 28. März 2023
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Zurück Wie definiert Europa die Nationalität eines Films oder Fernsehprogramms?

Neuer Mapping-Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle
Wie definiert Europa die Nationalität eines Films oder Fernsehprogramms?

'Mapping of the regulation and assessment of the nationality of European audiovisual works' hier kostenlos herunterladen

Die Definition der Nationalität eines Films oder allgemein eines audiovisuellen Werkes hilft, noch vor Beginn der Produktion zu bestimmen, welchen Erfolg und welches Schicksal ein audiovisuelles Werk haben wird. Die Nationalität eines Produktionsprojekts kann Türen zu verschiedenen Finanzierungsquellen öffnen oder aber auch schließen. Und eine fertige Produktion, die als europäischen Ursprungs definiert ist, kann ihr Recht beanspruchen, in die verschiedenen europäischen Quoten einbezogen zu werden, die für in Europa tätige Rundfunkveranstalter und Abrufdienste verbindlich sind. Die Nationalität ist also von zentraler Bedeutung sowohl für den Anspruch auf Finanzierung durch Filmfonds als auch für die Investitions- und Anteilsverpflichtungen öffentlich-rechtlicher und privater AVMD-Anbieter. Es überrascht daher nicht, dass eine korrekte Definition der Nationalität eines audiovisuellen Werkes beträchtliche Auswirkungen hat und dass die Uneinheitlichkeit der bestehenden Standards die Sache bisweilen schwierig machen kann.

Höchste Zeit also für die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle als Teil des Europarats in Straßburg, eines ihrer einzigartigen Mappings vorzunehmen und eine umfassende Darstellung der Regeln bereitzustellen, die die Nationalität eines audiovisuellen Werks in Europa definieren. Diese wegweisende Studie wurde auf Ersuchen der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit einer Gruppe nationaler Experten durchgeführt.

Zum Auftakt verweisen die Autoren auf die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) als den zentralen europäischen Rechtstext, der die Regeln, was ein audiovisuelles Werk ausmacht, die Regeln zur Nationalität und die Folgen der Nationalität definiert. Dieser Text sieht in seiner jüngsten Fassung vor, dass Rundfunkveranstalter in Europa einen Großteil ihrer Sendezeit für europäische Werke reservieren müssen und dass Abrufdienste mindestens 30 % europäische Werke in ihre Kataloge aufnehmen müssen. Es kann jedoch zu Diskrepanzen kommen, da jedes Land die AVMD-Richtlinie unterschiedlich anwendet, was zu unterschiedlichen nationalen Praktiken führt, die möglicherweise sogar über die Vorgaben der Richtlinie hinausgehen, indem strengere oder detailliertere Regeln erlassen werden. In ihrem vergleichenden Überblick über die verschiedenen rechtlichen Bedingungen in Bezug auf die Nationalität in der EU betrachten die Autoren die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor dem Austritt des Vereinigten Königreichs und stellen die verschiedenen nationalen Ansätze in Fragen wie der Berichterstattung über die Einhaltung der Regeln zu Nationalität, Koproduktion und europäischen Werken und der überaus heiklen Frage der korrekten Kennzeichnung eines Werks als europäisch unter Verwendung der richtigen Metadaten einander gegenüber.

Im Weiteren untersucht der Bericht die Haltung von Akteuren der Industrie zu den Herausforderungen im Zusammenhang mit der Nationalität audiovisueller Werke und den verschiedenen ihnen zur Verfügung stehenden Instrumenten. Das Forschungsteam der Informationsstelle befragte Schlüsselakteure wie Rundfunkveranstalter und VOD-Dienste, und die gesammelten Antworten zeigen, wie komplex die Frage der Nationalität für die Industrie ist. Einer der größten Stolpersteine scheint der Zugang zu zuverlässigen Daten zur Nationalität eines Werkes für Rundfunkveranstalter oder VOD-Plattformen zu sein, die den betreffenden Film oder das betreffende Programm zu zeigen beabsichtigen. Normalerweise sollte der Rechteinhaber diese Informationen zur Verfügung stellen, und tatsächlich ist die europäische Nationalität eines Werkes häufig Bestandteil der vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Rundfunkveranstalter und dem Rechteinhaber, der die Senderechte gewährt. Einige Akteure der Industrie greifen auf Datenbanken wie IMDb oder die Datenbanken der nationalen Filmzentren als Quellen zurück, um die Nationalität eines Films festzustellen. Die ISAN- oder EIDR-Kennung eines Films kann ebenfalls ein Mittel zur Bestimmung seiner Nationalität sein, allerdings mit der Einschränkung, dass sie nicht unbedingt zu 100 % korrekt sein muss, da die Informationen vom Registranten eingegeben und nur bis zu einem gewissen Grad überprüft werden. In Ermangelung einer standardisierten Bewertung der Nationalität eines Werkes nutzt die Industrie das Vorhandene, was die Sache manchmal sehr kompliziert macht.

Der Mapping-Bericht enthält des Weiteren nationale Rechtsüberblicke zu den 27 EU-Mitgliedstaaten und zum Vereinigten Königreich. Jedes Länderprofil folgt dem gleichen Muster und liefert Informationen zur Definition eines Werkes, zur nationalen Anwendung der Bedingungen aus der AVMD-Richtlinie, zum nationalen Rahmen und zu geplanten Änderungen, zur Frage der Kennzeichnung eines Werkes und zur Art und Weise, wie Daten auf nationaler Ebene zusammengestellt werden.

Der Bericht schließt damit, dass die verschiedenen Industrien realen Bedarf an einer europaweiten Datenbank mit zuverlässigen und harmonisierten Informationen über die Nationalität audiovisueller Werke in Europa haben. Den derzeitigen Standards zur Definition von Nationalität fehlt ein gemeinsamer Ansatz. Dasselbe gilt für die verschiedenen Metadaten, die erforderlich sind, um ein Werk als „europäisch“ zu kennzeichnen, damit es dann Anspruch hat, in die Sende- und VOD-Quoten einbezogen zu werden.

Strassburg, Frankreich 19 Juni 2020
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