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Die Zahlen in dieser Pressemitteilung stammen aus der Ausgabe 2026 von FOCUS - World Film Market Trends, einem Bericht, der jedes Jahr für den Marché du Film erstellt wird. Journalisten können ein PDF-Presseexemplar unter [email protected] anfordern. FOCUS ist als kostenloses Druckexemplar für alle Marché-Besucher am Stand der Informationsstelle erhältlich (H1 im Bereich Riviera/Marina). Der Bericht steht darüber hinaus allen Marché-Teilnehmern auf der Online-Plattform kostenlos zur Verfügung. Er kann nach dem Marché in der Buchhandlung des Europarates erworben werden.
Detaillierte Bruttoeinnahmen, Zuschauerzahlen und nationale Marktanteile in Europa hier herunterladen
Asien lässt den weltweiten Umsatz an den Kinokassen steigen, während die Besucherzahlen in Europa um 5 % zurückgehen
In den im FOCUS – der Publikation der Informationsstelle – abgedeckten 82 Märkten wurden schätzungsweise 4,98 Milliarden Kinokarten verkauft. Dies entspricht einem Plus von 3 % gegenüber 2024, das in erster Linie auf steigende Kinobesucherzahlen in Asien (+10 %), insbesondere in China und Japan zurückzuführen ist, während die Besucherzahlen in Europa (-5 %) und Lateinamerika (-8 %) zurückgingen. Die geschätzten weltweiten Bruttoeinnahmen an den Kinokassen stiegen 2025 um 5 % auf EUR 29,56 Mrd., womit die weltweiten Kinoumsätze 2025 weiterhin etwa 30 % unter dem Durchschnitt vor der Pandemie lagen. Das Gros der Kinobesuche konzentrierte sich auf die weltweit führenden Märkte, wobei die zehn größten Märkte zusammen 77 % der weltweiten Besucherzahlen und 76 % der Bruttoeinnahmen verbuchten.
US-Filme dominierten weiterhin in den meisten Ländern die Kinokassen; eine Ausnahme bildeten die asiatischen Märkte, wo nationale Filme den Markt anführten. Besonders deutlich war dies in Indien (nationaler Marktanteil von 90 %), Japan (76 %) und China (74 %). US-Filme machten 36 der 50 weltweit erfolgreichsten Filme aus und verbuchten insgesamt schätzungsweise 52 % der weltweiten Kinobesucher gegenüber 63 % im Jahr 2019 für sich. Umgekehrt stieg der Marktanteil asiatischer Filme von 27 % im Jahr 2019 auf 36 % im Jahr 2025, wobei der chinesische Film Ne Zha 2 (CN) als erster Film eines nicht-amerikanischen Studios mit fast 1,8 Milliarden verkauften Eintrittskarten die weltweiten Kinocharts anführte.
Kinobesucherzahlen in Europa aufgrund vergleichsweise schwacher Leistung von US-Filmen und fehlender französischer Blockbuster rückläufig
Die Besucherzahlen in Europa sanken um 5 % auf 795 Millionen, was vor allem auf den Rückgang auf dem französischen Markt 2025 und eine insgesamt vergleichsweise schwache Leistung von US-Filmen zurückzuführen war. Während Filme US-amerikanischer Studios mit 18 der 20 meistgesehenen Filme weiterhin die europäischen Kinocharts beherrschten, verkauften nur 12 davon mehr als 10 Millionen Eintrittskarten; im Vergleich dazu waren es vor der Pandemie 20 Filme. Franchise-Filme dominierten mit 16 der 20 erfolgreichsten Filme die Charts. Minecraft (US), die Realverfilmung des gleichnamigen Videospiels, führte 2025 mit 29 Millionen Kinobesuchern die Charts an – deutlich weniger als der Spitzenfilm von 2024 Alles steht Kopf 2 (Inside Out 2 (US)), für den 51 Millionen Kinokarten verkauft wurden. Auf Minecraft folgten Lilo & Stitch (US) (28 Millionen Besucher) und Zoomania 2 (Zootopia 2 (US)) (27 Millionen Besucher). Da letzterer Film erst Ende 2025 in die Kinos kam, lief er auch 2026 noch, ebenso wie Avatar: Fire and Ash (US), der 2025 Platz 4 belegte.
Die 20 erfolgreichsten europäischen Filme des Jahres 2025 zeichneten sich durch eine ungewöhnliche Vielfalt an Herkunftsländern aus und stellten damit die traditionelle Dominanz französischer und britischer Titel infrage. Zehn davon waren lokale Kassenschlager (die über 80 % der Besucherzahlen in ihren Heimatmärkten generierten), und acht erzielten die meisten Besucherzahlen außerhalb ihres Herkunftslandes. Darunter waren Paddington in Peru (GB), Maria (IT) und Flow (Straume (LV)).
Insgesamt übersprangen 112 Filme die Schwelle von 1 Million Kinobesuchern, darunter 41 europäische Filme, was dem Niveau von 2024 entspricht, jedoch deutlich unter den Werten vor der Pandemie liegt, als 155 Filme (darunter 63 europäische Titel) bei über 1 Million Kinobesuchern landeten. Insgesamt generierten die 20 erfolgreichsten Filme 278 Millionen Kinobesuche, was 35% der gesamten Kinobesuche in Europa ausmachte.
Weiterhin starker Marktanteil für europäische Filme
Mit einem geschätzten Anteil von 31,4 % an den Gesamtbesucherzahlen lag der Marktanteil europäischer Filme weiterhin deutlich über dem vorpandemischen Durchschnitt von 28 %, obwohl er im Vergleich zu 2024 um 2 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Der Marktanteil von US-Filmen verharrte derweil mit 62 % auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Türkiye behauptete seine europäische Spitzenposition bei nationalen Marktanteilen mit 54,8 % vor Frankreich (37,9 %). Wenn man Filme mit ausländischer Beteiligung wie Bridget Jones: Mad About the Boy mit einbezieht, auf die 33,7 % entfielen, lag das Vereinigte Königreich mit 40,5 % an zweiter Stelle; britische Independent-Produktionen machten lediglich 6,8 % der gesamten Kinobesuche im Vereinigten Königreich. Auch Dänemark (37,3 %), Italien (33,3 %), Albanien (32,0 %) und Norwegen (31,3 %) erreichten Marktanteile von über 30 %.
In 14 europäischen Ländern belegte ein europäischer Film den ersten Platz in den Top 10, und in 12 dieser Länder, darunter in Deutschland und Italien, handelte es sich dabei um eine nationale Produktion. In Dänemark schafften es 2025 bemerkenswerterweise sechs nationale Filme in die Top 10. In Österreich und Zypern waren die erfolgreichsten Filme eine deutsche bzw. eine griechische Produktion.
Spanien als Wachstumstreiber des Produktionsvolumens in Europa
Die europäische Filmproduktion kletterte 2025 weiter auf einen neuen Rekordwert: Europaweit wurden 2 522 Filme produziert, 20 mehr als 2024 und 297 mehr als im Durchschnitt vor der Pandemie. Darunter waren 1 504 Spielfilme (-51 gegenüber 2024) und 1 018 Dokumentarfilme (+71 gegenüber 2024).
Der größte Teil des Produktionsanstiegs auf gesamteuropäischer Ebene war Spanien zuzuschreiben, wo 99 Filme mehr produziert wurden als 2024. Dahinter lag Polen (+26 Filme) vor Dänemark (+11 Filme) und Österreich (+11 Filme). Diesem Wachstum standen rückläufige Produktionszahlen in anderen Ländern gegenüber, insbesondere in Türkiye (-64 Filme), der Schweiz (-26 Filme), den Niederlanden (-22 Filme) und Griechenland (-21 Filme).
Dank seines Produktionsbooms wurde Spanien 2025 mit 423 Filmen zum führenden Filmproduzenten Europas, gefolgt von Italien auf Platz zwei (357 Filme). Danach kamen das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland mit 282, 228 bzw. 178 produzierten Filmen.
