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Europäische Audiovisuelle Informationsstelle kündigt für Juni eine Konferenz unter portugiesischer Präsidentschaft über den europäischen und portugiesischen Kinosektor an
Neue Trends und Risiken im europäischen Kinosektor? - Eine Perspektive für kleine/mittlere Märkte (6. Juni 2023)
Dienstag, 6. Juni von 14:30 - 17:30 (live in Lissabon)
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle und Portugal, das die Präsidentschaft der Informationsstelle für 2023 innehat, haben eine öffentliche Konferenz über das europäische Kino angekündigt:
Neue Trends und Risiken im europäischen Kinosektor? - Eine Perspektive für kleine/mittlere Märkte
Die Konferenz findet am Dienstag, den 6. Juni, von 14:30 bis 17:30 Uhr (Ortszeit) in der Cinemateca Portugesa, R. Barata Salgueiro 39, 1269-059 Lissabon statt. Die Konferenz ist öffentlich, der Eintritt ist frei.
Die portugiesische Präsidentschaft der Informationsstelle für das Jahr 2023 wird von Marta Sousa, Referentin für rechtliche und internationale Angelegenheiten beim portugiesischen nationalen Filminstitut, Instituto do Cinema e do audiovisual, vertreten.
Branchenvertreter aus den wichtigsten Bereichen des Kinos wie Vorführung, Filmfinanzierung, Vertrieb und Produktion werden über „Neue Trends und Risiken im europäischen Kinosektor? - Eine Perspektive für kleine und mittlere Märkte" diskutieren.
Das Team der in Straßburg ansässigen Informationsstelle, die zum Europarat gehört, wird einen Überblick über die aktuellen Trends in der europäischen Filmindustrie geben und neue Erkenntnisse vom Filmmarkt in Cannes im Mai vermitteln, wo die Informationsstelle regelmäßig vertreten ist.
Anschließend wird die portugiesische Filmindustrie näher beleuchtet und wir werden uns auf die Besonderheiten des portugiesischen Filmmarktes, die besonderen Herausforderungen für portugiesische Filmschaffende, die für die Zukunft geplanten nationalen öffentlichen Förderinitiativen und die Auswirkungen der europäischen Kulturpolitik auf das portugiesische nationale Kino konzentrieren.
Marta Sousa erklärte im Namen der portugiesischen Präsidentschaft, sie freue sich darauf, „ die portugiesische Filmindustrie und ihre aktuellen und künftigen Herausforderungen in den größeren europäischen Kontext zu stellen".
Susanne Nikoltchev, Geschäftsführende Direktorin der Informationsstelle, würdigte die Zusammenarbeit mit der portugiesischen Präsidentschaft im Jahr 2023 und sagte, sie freue sich darauf, „die Erkenntnisse der Informationsstelle mit dem portugiesischen Kinopublikum zu teilen und von dessen Erfahrungen als Interessenvertreter der portugiesischen Kinobranche zu profitieren."
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Weiter Weg zur Erholung: Kinobesucherzahlen in der EU und im Vereinigten Königreich steigen 2022 um 63 %, bleiben aber noch hinter dem Durchschnitt vor der Pandemie zurück
Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht kurz vor der Berlinale ihre vorläufigen Daten zum europäischen Kino 2022
Nach vorläufigen, von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle erhobenen Daten stiegen die Kinobesucherzahlen in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich 2022 auf geschätzte 643,0 Millionen. Dies entspricht einem Plus von 63 % gegenüber dem Vorjahr und 249,0 Millionen mehr verkauften Eintrittskarten als 2021. Ein ähnlicher Aufschwung ist zu beobachten, wenn man die Europäische Union (EU27) allein betrachtet, wo 2022 schätzungsweise 525,8 Millionen Eintrittskarten verkauft wurden, 205,7 Millionen mehr als 2021 oder +64 % im Vergleich zum Vorjahr.
Diese vorläufigen Ergebnisse stellen zwar eine deutliche Steigerung gegenüber 2021 dar (als Kinos in mehreren Märkten zeitweise geschlossen waren), bleiben aber immer noch deutlich hinter denen vor der Pandemie zurück. In der EU und im Vereinigten Königreich lag der Kartenverkauf 2022 um 34,5 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019, was einem geschätzten Minus von 338,9 Millionen Eintrittskarten entspricht. Ein ähnlicher Rückgang im Vergleich zum vorpandemischen Durchschnitt (-34,9 %, -281,7 Millionen Eintrittskarten) war für die Europäische Union (EU27) allein zu beobachten. Die Zahlen zeigen, dass sich der europäische Kinosektor, bedingt durch die Zurückhaltung des Publikums und andere Nebenwirkungen der Pandemie, 2022 noch nicht vollständig von der Krise erholt hat.
Kinobesucherzahlen in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich, 2013-2022 - vorläufig
In Mio., vorläufige Schätzungen; auf Proforma-Basis für die 27 EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich berechnet
In den allermeisten Gebieten, für die Daten vorlagen, stiegen 2022 die Gesamtbesucherzahlen, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gab. In allen untersuchten Märkten blieben die Kartenverkäufe jedoch hinter den Zahlen zurück, die vor dem Ausbruch der Pandemie verzeichnet wurden. In der EU stieg die Zahl der Kinobesucher im Vergleich zum Vorjahr deutlich überdurchschnittlich in Lettland (+241 %, + 1,2 Millionen Zuschauer), Slowenien (+143 %, +1,0 Millionen), Litauen (+124 %, +1,7 Millionen), der Slowakischen Republik (+110 %, +2,2 Millionen) und Deutschland (+85 %, +35,9 Millionen). Dagegen war das Wachstum in Polen (+51 %, +13,4 Millionen Zuschauer), Spanien (+33 %, +13,7 Millionen) und Kroatien (+32 %, +0,8 Millionen) im Jahresvergleich relativ gering. Frankreich verzeichnete 2022 mit insgesamt 152,0 Millionen verkauften Eintrittskarten (+59 % gegenüber 2021) die höchsten Besucherzahlen in Europa.
Dänemark war mit Besucherzahlen von 82 % des Durchschnitts 2017-2019 das EU-Land mit der stärksten Erholung gegenüber dem vorpandemischen Niveau. Eine relativ kräftige Erholung war zudem in der Tschechischen Republik, wo die Besucherzahlen 2022 bei 81 % des Durchschnitts vor der Pandemie lagen, sowie in Bulgarien (77 %), Österreich und Frankreich (73 %) zu beobachten. In Italien hingegen fiel die Erholung geringer aus: 2022 wurden lediglich 47,9 Millionen Eintrittskarten verkauft, was weniger als der Hälfte der durchschnittlichen Besucherzahlen zwischen 2017 und 2019 entspricht.
Außerhalb der EU stiegen die Kartenverkäufe im Vereinigten Königreich um 58 % auf 117,3 Millionen, 43,3 Millionen mehr als 2021, was 67 % des Niveaus vor der Pandemie entspricht. In Türkiye stiegen die Kartenverkäufe 2022 sprunghaft auf geschätzte 35,8 Millionen an, was einer Steigerung von sage und schreibe 189 % gegenüber 2021 entspricht, jedoch lediglich 53 % des Durchschnittswerts für 2017-2019 ausmacht.
Es ist noch zu früh, die Besucherzahlen nach Herkunft des Films zu analysieren, doch deuten vorläufige Daten darauf hin, dass die Einspielergebnisse in der EU und im Vereinigten Königreich hauptsächlich dem Erfolg von US-Studio-Produktionen wie Avatar: The way of water (US), Top Gun: Maverick (US) und Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss (US) zuzuschreiben sind.
Im Vergleich zu 2021 stieg der Marktanteil inländischer Filme in der Hälfte der 24 EU-Märkte, für die Daten für 2022 vorlagen, und lag in 16 Gebieten über dem Durchschnitt der Jahre 2017-2019. Frankreich verzeichnete den höchsten Marktanteil für nationale Produktionen in der EU (41 %) vor der Tschechischen Republik (37 %), Dänemark (30 %), Finnland und Deutschland (27 %). Außerhalb der EU sank der Marktanteil nationaler Filme im Vereinigten Königreich auf 30 % (einschließlich Produktionen mit US-Studio-Unterstützung) gegenüber 42 % im Jahr 2021 und durchschnittlich 44 % zwischen 2017 und 2019. Auf unabhängige britische Produktionen entfielen lediglich 8 % der Bruttoeinspielergebnisse gegenüber 6 % im Jahr 2021 und einem vorpandemischen Durchschnitt von 12 %. In Türkiye stieg der Inlandsanteil von einem Rekordtief von 23 % im Jahr 2021 auf 51 % im Jahr 2022 und lag damit leicht unter den Werten der Vorjahre.
Schlüsseldaten zum Kino in europäischen Ländern, 2021-2022 - vorläufig
1) Gestützt auf Besucherzahlen außer GB und IE, hier Bruttoeinspielergebnis (GBO) Einschließlich Minderheitskoproduktionen mit Ausnahme von CZ, DK, NL, NO und SE.
2) Nationaler Marktanteil für zu berücksichtigende britische Filme nach GBO. Einschließlich Minderheitskoproduktionen und Filme mit US-Studio-Unterstützung
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