Dieser neue Bericht stellt fest (für den Zeitraum 2010 - 2020, also immer noch EU28 inklusive Daten für das Vereinigte Königreich):
Die Einnahmen des Bezahl-VoD-Marktes (SVoD und TVoD) stiegen von EUR 388,8 Millionen im Jahr 2010 auf EUR 11,6 Milliarden im Jahr 2020
Haupttreiber waren dabei die Einnahmen des SVoD-Marktes in Europa, die von EUR 12 Millionen im Jahr 2010 auf EUR 9,7 Milliarden im Jahr 2020 explodierten
Die Einnahmen des TVoD-Marktes schnellten ebenfalls von EUR 377 Millionen im Jahr 2010 auf EUR 1,87 Milliarden im Jahr 2020 nach oben
Dieser neue Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle konzentriert sich auf die Entwicklung der Märkte für Abonnement-Video-on-Demand (SVoD), transaktionales Video-on-Demand (TVoD) und werbefinanziertes und Rundfunk-Video-on-Demand (AVoD/BVoD) in der Europäischen Union (EU28) sowie deren Auswirkung auf die traditionellen audiovisuellen Märkte.
Der erste Abschnitt des Berichts untersucht die Entwicklung der Bezahl-VoD-Dienste in der EU und ihren Platz im audiovisuellen Markt der EU insgesamt. Der zweite Abschnitt konzentriert sich auf SVoD-Dienste, auf die Veränderungen, die der Wechsel zu Direct-to-Consumer-Streaming-Diensten auf dem audiovisuellen Markt bewirkt hat, sowie auf die möglichen Auswirkungen für die etablierten Akteure. Der dritte Abschnitt des Berichts zeigt eine Momentaufnahme des TVoD-Marktes und seiner Auswirkungen auf den Home-Entertainment-Markt in der EU. Abschnitt vier fasst das Inhaltsangebot von TVoD- und SVoD-Diensten in der EU zusammen und Abschnitt fünf gibt einen kurzen Überblick über den Werbesektor und die BVoD-Einnahmen.
Zentrale Erkenntnisse aus diesem Bericht:
Bezahl-VoD in Europa explodiert
Der Markt für BezahlVoD (SVoD und TVoD) ist in den letzten zehn Jahren explodiert, wobei die Einnahmen von EUR 388,8 Mio. im Jahr 2010 auf EUR 11,6 Mrd. im Jahr 2020 gestiegen sind, hauptsächlich angetrieben durch ein erstaunliches Wachstum der SVoD-Einnahmen von EUR 12 Mio. im Jahr 2010 auf EUR 9,7 Mrd. im Jahr 2020.
EU28 - Einnahmen von SVoD- und TVoD-Konsumenten
In Mio. EUR, 2010-2020
Zahlreiche Dienste in den letzten zehn Jahren neu am Start
Das Wachstum der SVoD-Einnahmen wurde durch den Start zahlreicher Dienste in den letzten zehn Jahren und die rasche Akzeptanz durch die Konsumenten in Europa angetrieben, wobei die Zahl der OTT-SVoD-Abonnements von 300.000 im Jahr 2010 auf über 140 Millionen im Jahr 2020 anstieg.
EU28 - OTT-SVoD-Abonnements
In Millionen Abonnements und % jährlichen Abonnementwachstums, 2010-2020
Nicht-europäische Akteure dominieren den SVoD-Markt im Gegensatz zum traditionellen Bereich
Im traditionellen audiovisuellen Sektor dominierten europäische Fernsehanbieter ihren jeweiligen nationalen Markt. Mit der Verlagerung zu Direct-to-Consumer-SVoD-Streaming-Diensten und dem Eintritt von globalen Technologieunternehmen, US-Studios und Unterhaltungskonzernen in die nationalen Märkte der EU verändert sich das alte Marktgleichgewicht und neue Marktteilnehmer dominieren den SVoD-Markt der EU.
Top 3 der OTT-SVoD-Dienste nach Abonnentenmarktanteil je Land im Jahr 2020
In % der gesamten SVoD-Abonnenten
Online-Kauf von Filmen wird Verleih überholen
Das Wachstum auf dem TVoDMarkt wurde durch einen stetigen Anstieg der Einnahmen aus Verkauf und Verleih von 377 Mio. Euro im Jahr 2010 auf 1,87 Mrd. Euro im Jahr 2020 angetrieben, wobei die Einnahmen aus Verkauf in den kommenden Jahren die Einnahmen aus Verleih bald übertreffen werden, da digitale Käufe aktueller Kinofilme bei den Konsumenten in der EU immer beliebter werden.
EU28 TVoD - Einnahmen aus Verleih und Verkauf
In Mio. EUR, 2010-2020
EU28 TVoD - Anteil der Einnahmen aus Verleih und Verkauf
In % der gesamten TVoD-Einnahmen, 2010-2020
Werbefinanziertes VoD (AVoD) wird durch die Decke gehen
Der AVoD/BVoD-Markt steckt zwar in Europa noch in den Kinderschuhen und macht für die meisten kommerziellen Fernsehanbieter nur einen Bruchteil der traditionellen Fernsehwerbeeinnahmen aus, die Einnahmen in diesem Sektor werden jedoch rapide steigen, da neue AVoD-Anbieter in den EU-Markt eintreten und Werbekunden ihre Werbeausgaben ins Internet verlagern, um Konsumenten zu erreichen, die immer mehr Zeit bei werbefinanzierten Diensten verbringen.
Traditionelle Werbeeinnahmen und BVoD-Einnahmen ausgewählter EU-Fernsehveranstalter
In Mio. EUR, 2010-2020
BVoD-Einnahmen in Prozent der Fernsehwerbeeinnahmen ausgewählter EU-Fernsehveranstalter
In % der traditionellen Fernsehwerbeeinnahmen 2020
Einnahmen aus Bezahl-VoD werden prozentual zum gesamten europäischen AV-Markt steigen
Einnahmen aus Bezahl-VoD machen noch einen kleinen Teil der gesamten audiovisuellen Einnahmen in der EU aus (7 % von EUR 114,5 Mrd. im Jahr 2019), doch wird dieser Anteil angesichts der tiefgreifenden Veränderungen im audiovisuellen Sektor steigen. Der Bericht untersucht diese Veränderungen auf dem audiovisuellen Markt und ihre Auswirkungen auf den audiovisuellen Sektor in der EU.
EU28 - Einnahmen des audiovisuellen Markts nach Segmenten im Jahr 2019
In Mrd. EUR
EU28 - Audiovisueller Markt - Einnahmensteigerung und -rückgang 2018/2019 nach Marktsegmenten - in Mio. EUR
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Video-Sharing-Plattformen in Europa: Wie regulieren wir Online-Werbung und schützen uns vor schädlichen und illegalen Inhalten?
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat soeben zwei kostenlose vergleichende Mapping-Berichte veröffentlicht, in denen untersucht wird, wie die verschiedenen europäischen Länder ihre Rechtsvorschriften im audiovisuellen Bereich angepasst haben, um sich den Online-Herausforderungen der Video-Sharing-Plattformen zu stellen.
Wir alle kennen die Werbespots, die zum Beispiel vor YouTube-Inhalten eingespielt werden. Aber wer wacht darüber? Wie regelt das europäische audiovisuelle Recht Online-Werbung auf Video-Sharing-Plattformen? Dieser neue, von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Mapping-Bericht bildet die aktuellen rechtlichen Maßnahmen zur Regulierung der Nutzung von Online-Werbung oder audiovisueller kommerzieller Kommunikation, wie sie in der Fachsprache heißt, ab und bietet einen Überblick über die wichtigsten Initiativen zur Selbst- und Koregulierung in diesem Bereich. Der Bericht bietet eine europaweite vergleichende Analyse sowie detaillierte Länderprofile und spiegelt den Stand vom Oktober 2022 wider.
Die europäischen Länder haben die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) in ihr jeweiliges nationales Recht umgesetzt, und mit eben diesem auf europäischem Recht basierenden nationalen Ansatz soll Online-Werbung reguliert werden, was bedeutet, dass VSP-Anbieter gewährleisten müssen, dass von ihnen verkaufte oder platzierte Werbung den geltenden nationalen Gesetzen entspricht.
Unser Bericht stellt fest:
Verschärfte Vorschriften gelten bei Werbung für Alkohol oder Lebensmittel und Getränke, die Nährstoffe und Substanzen mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkung enthalten (zum Beispiel Fettstoffe oder Zucker).
In der AVMD-Richtlinie ausgeführte detaillierte Vorschriften zu Sponsoring und Produktplatzierung gelten zwar für Werbung, die von VSP verbreitet wird, greifen im Allgemeinen jedoch lediglich in wenigen Fällen.
Unter den weniger erforschten Konzepten von Online-Werbung ist Glücksspiel der am stärksten regulierte Bereich; hier kommen überwiegend spezielle Glücksspielgesetze oder Werbegesetze und in einigen Fällen Selbstregulierungsinstrumente zum Tragen.
Ökologische oder „grüne“ Behauptungen sind weniger reguliert, werden aber häufig im Zusammenhang mit unlauteren Geschäftspraktiken genannt oder fallen in den Bereich der irreführenden Werbung.
Da Video-Sharing-Plattformen häufig transnational tätig sind, ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden, wie in der überarbeiteten AVMD-Richtlinie festgestellt wird, von entscheidender Bedeutung.
Dieser neue Bericht erfasst alle EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und das Vereinigte Königreich. Er bietet eine detaillierte Analyse des nationalen audiovisuellen Rechts der einzelnen Länder sowie der geltenden Bestimmungen zur Regulierung kommerzieller Kommunikation, die über Video-Sharing-Plattformen verbreitet wird.
Die heutigen Video-Sharing-Plattformen sind voll von Inhalten, die sich leicht in drei wohlbekannte Kategorien einteilen lassen: „Die Guten, die Schlechten und die (offen gesagt sehr) Hässlichen“. Selbstverständlich brauchen wir Sheriffs, Cowboys und Gesetzesmacher, die uns vor illegalen und schädlichen Inhalten auf VSP im Wild Wild Web bewahren. Wie also schützt uns europäisches Recht vor der wilden Seite der Video-Sharing-Plattformen?
Gemäß der überarbeiteten AVMD-Richtlinie haben VSP bestimmte Regeln und Verpflichtungen in Bezug auf den Schutz Minderjähriger vor schädlichen Inhalten einzuhalten. Zudem müssen sie die Öffentlichkeit vor illegalen und zu Gewalt oder Hass aufrufenden Inhalten schützen.
Zu den derzeit angewandten Strategien gehören Meldemechanismen, die es ermöglichen, illegale Inhalte anzuzeigen, Instrumente zur Förderung von Medienkompetenz, die uns einen vorsichtigeren Umgang mit VSP lehren, sowie Anpassungen der Geschäftsbedingungen von Diensten. Darüber hinaus hat dies Auswirkungen auf die nationalen Medienregulierungsbehörden, in deren Zuständigkeit die VSP nun fallen.
Vor diesem allgemeinen Hintergrund ersuchte die Europäische Kommission die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, einen Mapping-Bericht darüber zu erstellen, wie die für VSP geltenden Vorschriften in den jeweiligen nationalen Rechtsrahmen umgesetzt wurden. Das Update 2022 baut auf dem ursprünglichen Mapping-Bericht von 2021 auf und berücksichtigt die neuesten Entwicklungen bei der Umsetzung der AVMD-Richtlinie.
Der Bericht beinhaltet eine europaweite vergleichende Analyse, detaillierte Länderprofile sowie die Sichtweise der Interessenträger der Industrie. Er spiegelt den Stand vom Mai 2021 mit neuen Informationen aus einem Update vom September 2022 wider.
Erfahren Sie, wie die europäischen Länder ihre Medienkonsumenten vor gefährlichen und illegalen Inhalten im Internet schützen!
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