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Zurück 70 % der grenzüberschreitenden Fernsehsender fallen nun gemäß AVMD-Richtlinie unter die Rechtshoheit der Niederlande, Luxemburgs und Spaniens

Aktualisierung der Datenbank MAVISE zu audiovisuellen Diensten in Europa
70 % der grenzüberschreitenden Fernsehsender fallen nun gemäß AVMD-Richtlinie unter die Rechtshoheit der Niederlande, Luxemburgs und Spaniens

70 % der grenzüberschreitenden Fernsehsender fallen nun gemäß AVMD-Richtlinie unter die Rechtshoheit der Niederlande, Luxemburgs und Spaniens

Die Datenbank MAVISE der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle zu audiovisuellen Diensten in Europa bietet nunmehr Informationen über die Anwendung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie). Nutzer können nun schnell herausfinden, unter die Rechtshoheit welchen Landes Mediendienstanbieter fallen. MAVISE ist hier kostenlos zugänglich.

Die Einbindung von Informationen zur Rechtshoheit ergibt sich aus der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste und ist Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-Programms „Kreatives Europa“. Die Verfügbarkeit dieser Informationen zur Rechtshoheit für EU-Mitgliedstaaten in einer öffentlichen Datenbank ist eine Anforderung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste.

Die in MAVISE verfügbaren Daten beruhen auf den Beiträgen der audiovisuellen Regulierungsbehörden der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie 14 weiterer europäischer Länder und Marokkos.

Darüber hinaus wurden gerade neue Daten für 2020 in MAVISE hochgeladen, wobei sich folgende Trends abzeichnen:

Unsere MAVISE-Momentaufnahme des Angebots an audiovisuellen Dienstleistungen in Europa 2020 zeigt:

  • Zwischen Brexit und Umsetzung der überarbeiteten Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) ist das Angebot an audiovisuellen Diensten heftig in Bewegung geraten. In ihrem Bestreben, einen kontinuierlichen Vertrieb außerhalb des Vereinigten Königreichs aufrechtzuerhalten, haben traditionell im Vereinigten Königreich ansässige Sender in den letzten zwei Jahren ihren Standort verlagert. Transnationale Sendergruppen wie Discovery, Disney, NENT, NBC, Viacom, Sony, SPI International, Turner sowie die international ausgerichteten Ausgaben der Sky- und BBC-Sendergruppen stellen etwa 250 Sendelizenzen, die in diesem Zeitraum migrierten.
  • Bei den meisten Fernsehsendern, die umgezogen sind, handelt es sich um grenzüberschreitende Dienste, die auf ein europäisches Publikum außerhalb des Herkunftslandes abzielen. Die Hälfte der Sender, die in Europa außerhalb ihres Herkunftslandes (gemäß der Definition in den europäischen Verordnungen) verfügbar sind, fiel 2018 unter britische Rechtshoheit, während es Ende 2020 nur noch 10 % sind.
  • Diese Verschiebung führte zu einer Fragmentierung des Angebots und folglich zu einer Neupositionierung der wichtigsten Drehscheiben für Sender, die sich an europäische Märkte außerhalb ihres Herkunftsmarktes richten. Die Niederlande (27 %), Luxemburg (19 %), Spanien (15 %), das Vereinigte Königreich (10 %) und Frankreich (6 %) sind die fünf wichtigsten Niederlassungszentren für internationale Sendergruppen im Jahr 2020. Diese Momentaufnahme erfolgt in einem Kontext, in dem die Folgen des Brexits noch zu spüren sind und die Umsetzung der AVMD-Richtlinie noch nicht flächendeckend abgeschlossen ist.
  • Diese Fragmentierung des audiovisuellen Marktes war das Ergebnis sowohl von Migrationen als auch der Fortsetzung eines deutlichen Trends zur Diversifizierung der internationalen Fernsehsender in ihren neuen Gastgebieten. Im vergangenen Jahr wurden weitere lokalisierte Versionen (in Bezug auf Sprache, geografische Reichweite und/oder Werbung) internationaler Markensendernetze eingeführt.
  • 85 % der Fernsehsender, die sich an das europäische Ausland richten, fallen unter die Rechtshoheit eines Landes des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Auf die Niederlande (32 %), Luxemburg (22 %) und Spanien (18 %) entfallen Ende 2020 kumuliert über 70 % dieser Sender. Während sich für die Niederlande und Spanien - wie für die meisten Mitgliedstaaten - die beanspruchte Rechtshoheit überwiegend aus der Hauptniederlassung des Mediendiensteanbieters ergibt, fallen in Luxemburg über 75 % der Sender aufgrund der Nutzung des dortigen Satelliten-Uplinks oder der von ihm angebotenen Satellitenkapazität unter seine Rechtshoheit.
  • Die überwiegende Mehrheit (94 %) der in den 41 von MAVISE erfassten europäischen Ländern verfügbaren Fernsehsender stammt aus einem dieser Länder, und von diesen wiederum fallen fast zwei von drei unter die Rechtshoheit eines EWR-Landes.

MAVISE ist eine kostenlos zugängliche Datenbank zu audiovisuellen Diensten in 41 europäischen Ländern und Marokko. Sie ermöglicht interaktive Suche in den Registern der europäischen audiovisuellen Regulierungsbehörden und den Export der Ergebnisse. Darüber hinaus dient MAVISE als zentrale Datenbank, die gemäß der Richtlinie 2018/1808 über audiovisuelle Mediendienste Informationen über das gerichtlich zuständige Land für Fernsehsender, Abrufdienste und Video-Sharing-Plattformen in der Europäischen Union bereitstellt.

Die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle verwaltete Datenbank MAVISE wird vom Programm KREATIVES EUROPA der Europäischen Union unterstützt.

Straßburg, Frankreich 17/06/2021
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Zurück Frauen stellen weniger als einen von vier Filmregisseuren in Europa

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle veröffentlicht neuen Bericht über das Geschlecht von Regisseuren und Drehbuchautoren europäischer Filme und audiovisueller Fiktionen.
Frauen stellen weniger als einen von vier Filmregisseuren in Europa

Female directors and screenwriters in European film and audiovisual fiction production herunterladen

Zentrale Erkenntnisse

  • Zwischen 2015 und 2018 waren lediglich 22 % der Regisseure europäischer Spielfilme Frauen. Der Anteil regieführender Frauen bei Folgen audiovisueller Fiktionen liegt mit 19 % sogar noch darunter.
  • Bei Drehbuchautoren ist das Geschlechtergefälle weniger ausgeprägt: Frauen stellen 25 % der Drehbuchautoren bei Filmen und 34 % bei audiovisuellen Fiktionsserien.
  • Frauen waren seltener alleinige Regisseurin oder Drehbuchautorin: Von allen Filmen, die mindestens eine Drehbuchautorin hatten, wurden 67 % in Teams mit anderen Kollegen geschrieben.
  • Zwischen 2015 und 2019 hatten lediglich 18 % der europäischen Filme eine Mehrheit weiblicher Regisseure, ohne dass im Laufe der Jahre eine signifikante Entwicklung stattgefunden hätte. Bei Folgen audiovisueller Fiktionen beträgt dieser Wert lediglich 14 %.
  • Betrachtet man Filme von Regisseurinnen (25 %) und Drehbuchautorinnen (25 %), so ist der Anteil derer, die von mehrheitlich weiblichen Teams realisiert wurden, bei Dokumentarfilmen höher als bei anderen Filmgenres.

Dieser Bericht enthält eine Einschätzung des Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern unter Regisseuren und Drehbuchautoren in Europa, wobei sowohl Spielfilme als auch audiovisuelle Fiktionsserien betrachtet werden.
Unsere Analyse bietet einen Überblick über das Geschlecht der Regisseure und Drehbuchautoren europäischer Filme und audiovisueller Fiktionsfolgen, einschließlich Informationen über Filmgenres und Inhaltstyp. Darüber hinaus wird die geschlechterspezifische Zusammensetzung von Regie- und Drehbuchteams untersucht sowie der Anteil an Filmen von mehrheitlich weiblichen Teams ermittelt.

1. Frauen immer noch die Minderheit bei Regie und Drehbuch in Film und Fiktion 

Zwischen 2015 und 2018 stellten Frauen 22 % aller Regisseure europäischer Spielfilme. Diese Kluft ist bei audiovisueller Fiktion noch ausgeprägter, wo Frauen nur 19 % der Regisseure ausmachen. In der Kategorie Drehbuchautoren sind Frauen mit 25 % bei Spielfilmen und 34 % bei audiovisueller Fiktion hingegen stärker vertreten.

Anteil aktiver Frauen, nach Berufskategorien (2015-2018)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / LUMIERE, Plurimedia

Sowohl unter den Regisseuren (28 %) als auch den Drehbuchautoren (30 %) ist der Anteil der Frauen bei Dokumentarfilmen höher als bei anderen Filmgenres.

2. In zwei von drei Fällen arbeitet eine Drehbuchautorin mit mindestens einem anderen Kollegen zusammen (in 87 % der Fälle ist dies ein Mann)

Nach den Daten in unserer Stichprobe arbeiten Frauen tendenziell häufiger als Männer in Teams mit anderen zusammen; dieses Muster lässt sich bei allen betrachteten Gruppen beobachten.
Betrachtet man beispielsweise Spielfilme, die mindestens eine Drehbuchautorin hatten, so wurden 67 % mit einem weiteren Drehbuchautoren gemeinsam geschrieben. Dem stehen 55 % bei Filmen gegenüber, die von mindestens einem männlichen Drehbuchautoren in Kooperation mit anderen für das Kino geschrieben wurden.

Aufschlüsselung europäischer Spielfilme nach Geschlecht des Drehbuchautors (2015-2018)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / LUMIERE

In allen betrachteten Berufskategorien arbeiten Frauen im Verhältnis häufiger in gemischtgeschlechtlichen Teams als Männer.
Im Durchschnitt waren Frauen in allen Gruppen etwas weniger aktiv als ihre männlichen Kollegen. So führten beispielsweise 91 % der weiblichen Regisseure nur bei einem einzigen Film Regie, während es bei den Männern 86 % waren.
Aus diesen Gründen sind die Ergebnisse, wenn man den Frauenanteil gewichtet nach der Gesamtzahl der Fachleute (Regisseure oder Drehbuchautoren) für jeden Film oder jede Folge betrachtet, niedriger als der Anteil der aktiven Frauen in jeder Untergruppe. Es sind je nach Land und Berufskategorie jedoch erhebliche Unterschiede zu beobachten.

Gewichteter durchschnittlicher Frauenanteil, nach Berufskategorien (2015-2018)

 
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / LUMIERE, Plurimedia

3. Nur 18 % der Spielfilme wurden von mehrheitlich weiblichen Regieteams gedreht

Zwischen 2015 und 2018 wurden nur 18 % der europäischen Spielfilme in unserer Stichprobe von einem weiblich bestimmten Team (das heißt von einer Mehrheit von Frauen in der Rolle des Regisseurs) gedreht. Bei Folgen von Fiktionsserien ist dieser Wert niedriger (14 %). Unter den Drehbuchautoren beträgt der Anteil der von weiblich bestimmten Teams geschriebenen Werke 17 % bei Spielfilmen und 21 % bei audiovisuellen Fiktionsfolgen.

Das Filmgenre Dokumentarfilm hat sowohl bei Regieteams (25 %) als auch Drehbuchteams (25 %) den höchsten Anteil an Titeln von weiblich bestimmten Teams. In allen Gruppen hat sich der Anteil der Arbeiten von mehrheitlich weiblichen Teams im analysierten Zeitrahmen nicht wesentlich verändert.

Anteil der Arbeiten weiblich bestimmter* Teams (2015-2018)


Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle / LUMIERE, Plurimedia

*In diesem Zusammenhang bezieht sich „weiblich bestimmt“ auf Spielfilme oder audiovisuelle Fiktionsfolgen mit mehrheitlich (≥ 60%) Frauen in den jeweiligen Rollen. Arbeiten weiblich bestimmter Teams können von einer einzelnen Regisseurin/Drehbuchautorin, von mehreren Regisseurinnen/Drehbuchautorinnen oder von Regisseur-/Drehbuchautorenteams beiderlei Geschlechts mit einem Frauenanteil von mindestens 60 % realisiert sein.

Female directors and screenwriters in European film and audiovisual fiction production herunterladen

Anmerkung zur Methodik

Für Spielfilme stützt sich die Analyse auf Daten aus der Datenbank LUMIERE der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle, die jährliche Zuschauerzahlen von Kinofilmen aus verschiedenen Quellen, unter anderem von nationalen Filmbehörden, zusammenträgt. Die Stichprobe umfasst europäische Spielfilme, die von 2015 bis 2018 produziert wurden und von 2015 bis 2019 in die Kinos kamen. Die Daten zu audiovisuellen Fiktionsserien wurden von Plurimedia bereitgestellt und umfassen Fernsehfilme und Fiktionsserien mit Ursprung in der EU (einschließlich des Vereinigten Königreichs), die zwischen 2015 und 2018 EU-weit über SVoD-Dienste oder Fernsehkanäle angeboten beziehungsweise ausgestrahlt wurden.

Strassburg, Frankreich 31 Juli 2020
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